Sirene

Technischer Defekt: Sirene hält Gießener in tiefster Nacht wach

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Über eine Stunde hält eine Sirene die Gießener am frühen Donnerstagmorgen wach. Auch viele andere Sirenen schlagen Alarm. Nach einem Blitzeinschlag müssen Techniker der Feuerwehr ausrücken.

Viele Gießener haben eine unruhige Nacht hinter sich. Der Grund: In den frühen Morgenstunden ist an der Liebigschule ein Blitz eingeschlagen. Die hohe Energieentladung hat die auf dem Dach der Schule installierte Sirene beschädigt und einen heulenden Dauerton verursacht. Das bestätigt Kersten Nette vom Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz: "Die ersten Meldungen gingen bei uns um 4.52 Uhr ein, gegen 6 Uhr war die Sirene dann wieder aus."

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Über eine Stunde lang war für viele Gießener an Schlaf nicht zu denken. Übrigens nicht nur für die Bewohner des Südviertels. Auch zwischen Kleinlinden, Heuchelheim, Nord- und Oststadt war der Alarm zu hören. Denn laut Nette sind auch einige andere der insgesamt 31 städtischen Sirenen in den Alarmmodus gesprungen. "Das liegt daran, dass die Sirenen untereinander in Gruppen vernetzt sind", erklärt der Gießener Feuerwehrmann und fügt an, dass eine Sirene nach solch einem technischen Defekt nicht sofort ausgeschaltet werden könne: "Man kann nicht einfach den Stromstecker ziehen, da die Systeme einen Puffer haben, damit sie auch bei einem Stromausfall funktionieren." Zudem gebe es in der Leitstelle keine Übersichtsfunktion, die anzeigt, welche der Sirenen gerade heult. Heißt: Die Einsatzkräfte mussten am Donnerstagmorgen ausrücken, durch bloßes Hören den Störenfried identifizieren und dann den Hausmeister der Liebigschule verständigen, um in den Technikraum zu gelangen. Erst dann konnte die fehlerhafte Sirene gestoppt werden. Das erklärt auch die lange Zeit, die die Gießener das Heulen ertragen mussten.

Eine Meldung über das Warn- und Informationssystem "Katwarn" erfolgte übrigens nicht, sagt Nette. Zum einen, weil Katwarn nicht bei der Feuerwehr, sondern bei der Leitstelle des Landkreises angesiedelt sei. Zum anderen, weil es dazu gedacht sei, vor Katastrophen zu warnen und nicht etwa auf technische Defekte hinzuweisen. "Wir haben aber unsere eigenen Kanäle genutzt, zum Beispiel Twitter", sagt Nette. Da die Einsatzkräfte sich zunächst um die Beseitigung der Störung kümmern mussten, habe die erste Meldung in den sozialen Netzwerken aber etwas auf sich warten lassen. "Außerdem ist das Team der Öffentlichkeitsarbeit natürlich nicht 24 Stunden im Einsatz."

Einzelheiten über den technischen Defekt kann Nette noch nicht nennen, die Arbeiter der Herstellerfirma seien noch im Einsatz. Fest stehe aber: Obwohl die Geräte über einen Blitzableiter verfügten, könne solch ein Fehler immer wieder auftreten. "Wir hatten solch einen Fall in der Vergangenheit schon einmal. Durch die hohe Energie kann eine Fehlauslösung nie zu 100 Prozent vermieden werden." Über zu viel Energie werden viele Gießener nach der kurzen Nacht heute sicherlich nicht klagen.

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