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Die Streiks haben offenbar Wirkung erzielt. ARCHIVFOTO: SCHEPP

Nach Streiks

Mehr Lohn, mehr Urlaub: Tarifabschluss für 7800 Mitarbeiter des Uniklinikums Gießen und Marburg

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Die Streiks der vergangenen Monate haben offenbar Wirkung gezeigt: Für die nichtärztlichen Mitarbeiter des UKGM waren die Tarifverhandlungen ein Erfolg. Es gibt unter anderem mehr Geld und mehr Urlaub.

Nicht nur einmal haben die Mitarbeiter des Uniklinikums in den vergangenen Monaten die Arbeit niedergelegt und so für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn demonstriert. Diese Streiks haben offenbar Wirkung gezeigt: Laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi ist in der diesjährigen Lohnrunde für die rund 7800 Beschäftigten des UKGM ein Verhandlungsergebnis erreicht worden. »Eine Corona-Prämie für alle Beschäftigten, mehr Lohn und mehr Urlaub sowie strukturelle Verbesserungen und ein kostenloses ÖPNV-Ticket lassen sich sehen«, sagt Fabian Dzewas-Rehm, der zuständige Verdi-Fachsekretär.

Tarifabschluss am Uniklinikum Gießen und Marburg: Mehr Lohn und kostenlose ÖPNV-Tickets

Demnach steigen zum 1. Juli 2021 die Tabellenentgelte um 2,2 Prozent, zum 1. April 2022 wird eine zusätzliche Lohnstufe für langjährige Beschäftigte eingeführt. Parallel wird der Urlaubsanspruch ab 1. Januar 2021 auf mindestens 30 Tage erhöht. Zudem steigen die Bereitschaftsdienstvergütungen, und die Auszubildenden erhalten ab dem 1. Juli dieses Jahres 30 Euro mehr pro Monat. Erstmals in den Tarifvertrag aufgenommen werden die Psychotherapeuten in Ausbildung.

»Gut für den Geldbeutel und die Umwelt ist die Einführung eines kostenlosen ÖPNV-Tickets«, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Uniklinikum Gießen/Marburg: Physiotherapeuten und Medizinisch-Technische Assistenten profitieren

Neben den Lohnerhöhungen konnte die Gewerkschaft Verdi eigenen Angaben zufolge weitere Verbesserungen in der Eingruppierung erreichen. Hiervon profitieren unter anderem Physiotherapeuten und Medizinisch-Technische Assistenten. »Die Verbesserungen in der Eingruppierung bringen beispielsweise einer langjährig beschäftigten Laborassistentin bis zu 400 Euro mehr Lohn pro Monat«, führt Dzewas-Rehm aus. »Ohne die Streiks im Dezember wären wir hier nicht weiter gekommen.«

Weiterhin bleibe die Eingruppierung aber gekündigt, da noch viele weitere Berufsgruppen verhandelt werden müssten. Dementsprechend ist laut Dzewas-Rehm mit weiteren Aktionen in diesem Jahr zu rechnen.

Tarifabschluss: UKGM-Leitung äußert sich zu den Ergebnissen der Tarifverhandlungen

Am Abend meldete sich auch die UKGM-Leitung zu Wort. »Ich denke, dass wir mit dem nun vorliegenden Tarifabschluss eine für beide Seiten vertretbare Lösung finden konnten und für unsere Beschäftigten eine deutliche Verbesserung beim Einkommen und ihrer Arbeitsbedingungen erreicht haben. Das stärkt gerade inmitten der jetzigen Krise unsere attraktive Position als größter Arbeitgeber in der Region«, sagte Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Laut UKGM wird im ersten Halbjahr 2021 eine einmalige Corona-Sonderzahlung an alle Mitarbeiter erfolgen, die gestaffelt sein wird: Von 225 Euro für Auszubildende über 600 Euro für untere Vergütungsgruppen, 400 Euro für mittlere und 300 Euro für höhere Vergütungsgruppen. Teilzeitbeschäftigte erhalten diese Sonderzahlung anteilig.

Um die Corona-Prämie hatte es in den vergangenen Wochen mehrfach Streit gegeben. (pm/chh)

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