Tanz der Staubsauger

  • vonDagmar Klein
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Gießen(dkl). So sauber gefegt waren die gepflasterten Flächen im Grün zwischen den Häusern Paul-Schneider-Straße 75 bis 83 wohl noch nie. Grund für diesen Putzeifer war die Staubsauger-Performance der drei Studentinnen der Theaterwissenschaften Eva Kirsch, Maria Huber und Svenja Polonji am Donnerstagabend. Es war reichlich kühl an diesem Abend, einige zuschauende Anwohner fröstelten auf den Balkonen, manche verschwanden wieder ins Innere ihrer Wohnungen, andere harrten in Decken gehüllt bis zum Schluss aus, Kids hielten sich durch Herumrennen warm. Die Performance blieb weitgehend ruhig, nur das Summen einer Drohne und die Rufe der Kinder erzeugten eine gewisse Geräuschkulisse. Es passierte nicht viel, die Zuschauenden waren ganz auf die vier technischen Geräte konzentriert. Drei Staubsaugerroboter tänzelten umeinander, verhakten sich an den Rändern im Rasengrün, ächzten sogar einen kleinen Hügel hinauf. Eine Aufsichtsperson kümmert sich geduldig um sie, leerte die Staubauffangbehälter, setzte die rotierenden Bürsten wieder auf die Steine und korrigierte ab und zu die Richtung, damit der u-förmige Parcours eingehalten wurde.

Das vierte Gerät war eine Drohne, die von der zweiten Akteurin mal hoch, mal tief, mal schnell sausend oder still verharrend gelenkt wurde. Der eigentliche Clou war eine Kamera daran, die ihre Aufnahmen direkt auf einen Laptop übertrug, der über Beamer an eine Wandecke projizierte. Doch das konnte man vor Ort erst gegen Ende der dreiviertelstündigen Veranstaltung sehen, als die Dämmerung zunahm. Dann aber sorgte das Erkennen für einige Aufregung bei den Kindern, die anfingen zu posen und zu winken.

Vermutlich war dieser Teil bei der Übertragung in den Live-Stream der Homepage theatermaschine-giessen.de besser zu sehen. Dort gibt es Weiteres zur diesjährigen (digitalen) Theatermaschine der Angewandten Theaterwissenschaften der Uni Gießen zu sehen. Vor Ort gab es freundlichen Applaus und die ratlose Frage einer Anwohnerin, was das gewesen sei.

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