Die Tänzer erzeugen in Formation ein schönes Zusammenspiel aus Licht und Schatten. Dank einer Drohnenaufnahme wird das sichtbar gemacht, FOTO: PM
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Die Tänzer erzeugen in Formation ein schönes Zusammenspiel aus Licht und Schatten. Dank einer Drohnenaufnahme wird das sichtbar gemacht, FOTO: PM

Tanz mit Distanz

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Gießen(pm). Wir wissen es alle: Seit Mitte März wurde unser gewohntes Leben in vielen Bereichen auf den Kopf gestellt. Maskenpflicht, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen und mehr noch: "social distancing" und zumindest partieller "lockdown" führten dazu, dass nicht zuletzt auch diverse kulturelle Angebote und das Ausleben kreativer Energie in Gemeinschaft, z. B. in Musik-, Kunst- und Ballettschulen, eingestellt werden mussten.

Dies betraf natürlich auch Balletto, die Tanzschule der Brüder De Filippis. Zwei Monate lang war es aufgrund der erforderlichen Anordnungen unmöglich, die vielen Schüler in Dutenhofen willkommen zu heißen. Dies änderte sich Ende Mai. Seither dürfen kleine Gruppen von Schülern wieder auf die kontinuierlich gereinigte Tanzfläche - jede und jeder in seinem abgesteckten Quadrat. Das funktioniert auch sehr gut, erfordert aber entsprechende Konzepte.

Kein Auftritt in der Kongresshalle

Was dem Virus außerdem zum Opfer fallen musste, ist klar: die jährliche, große Schulvorstellung in der Kongresshalle. Was tun? Die Zwillinge De Filippis besannen sich auf die Lebensweisheit "Not macht erfinderisch" - und erfanden ein Videoprojekt, das von den "kleinen" bis zu den "großen" Tänzerinnen und Tänzern der Schule alle einschließt. Gedreht wurde auf einem ungenutzten Brach- und Wiesengelände direkt bei der Ballettschule. Es kamen mehrere Drohnen und Kameras zum Einsatz, die Schüler waren bestens vorbereitet, hatten in wenigen Wochen eine komplett neue Choreografie einstudiert und erschienen allesamt bestens gelaunt und voller Vorfreude zum Dreh, der sich an einem Samstag Ende Juni über mehrere Stunden erstreckte - schließlich durfte immer nur eine Gruppe auf die ungewohnte Tanzfläche. Trotzdem wirkt das filmische Resultat wie aus einem Guss - vor allem dank der von Thiemo Roth eingebrachten umfangreichen Erfahrungen in der Erstellung videokünstlerischer Arbeiten.

"Project C" ist komplett in schwarz-weiß gehalten, was die während der vorangegangenen Monate zwangsläufig erlernten Distanz-Momente widerspiegelt und durch die strenge Form ein belebtes Spiel mit Licht und Schatten erlaubt. Die Freude an der Bewegung sieht man jeder einzelnen Einstellung an, und das kann durchaus Mut machen.

Wer sich für das "Project C" interessiert, kann sich auf www.balletto.de das Video ansehen.

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