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Im Alten Schlachthof wird Dr. Wolfgang Lust über sein Konzept der Sanierung berichten.

Tag des offenen Denkmals

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Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, steht unter dem Motto »Sein & Schein - in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege«. Nachdem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im vergangenen Jahr zum digitalen Denkmaltag aufgerufen hatte, sollen in diesem Jahr die Veranstaltungen wieder vor Ort stattfinden. Unter Corona-Vorsichtsmaßgaben natürlich.

Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Gießen hat in Zusammenarbeit mit privaten Denkmaleigentümern ein interessantes Programm zum Tag des offenen Denkmal vorbereitet, der am Sonntag, 12. September, auch in Gießen mit Angeboten vor Ort aufwartet. Sie selbst lädt ein zu Führungen in der Basilika auf dem Schiffenberg und auf dem Alten Friedhof, zudem öffnen Privatleute und Initiativen ihre Gebäude bzw. Liegenschaften für die Öffentlichkeit. Soweit möglich, werden kleine Dokumentations-Ausstellungen präsentiert, um mit historischen Fotos und Plänen die Gebäude im Wandel anschaulich zu machen. Im Folgenden das Programm im Überblick

Schiffenbergbasilika

Die Restaurierung der Basilika auf dem Schiffenberg erstreckte sich über viele Jahre und wurde mit dem Glasverschluss der Arkaden 2020 vollendet. Untersuchungen der Holzkonstruktionen ergaben unter anderem, dass das Dach über dem Vierungsturm aus der Bauzeit stammt, also aus dem 12. Jahrhundert, und bildet damit höchstwahrscheinlich das älteste erhaltene Dachwerk im deutschsprachigen Raum. Daraufhin folgte 2012 die Anerkennung der Basilika als Nationales Baudenkmal. Die Sanierung wurde 2016 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis gewürdigt.

Die Basilika ist geöffnet von 12 bis 18 Uhr. Um 10.30 Uhr gibt es eine einstündige Führung mit Dagmar Klein. Treffpunkt ist am Eingang der Basilika, ohne Voranmeldung für maximal 20 Personen.

Alter Friedhof

Pflege und Erhalt des Alten Friedhofs liegen in städtischer Hand. Seit den 1980er Jahren finden Maßnahmen zur Restaurierung der Grabdenkmäler statt. Das reicht vom Verbringen von Grabtafeln in einen geschützten Innenraum bis zu aufwändigen Sanierungen in einer Werkstatt oder vor Ort.

Der Alte Friedhof ist am Tag des offenen Denkmals ganztägig geöffnet. Auch hier gibt es eine Führung mit Dagmar Klein (18 Uhr) ohne Voranmeldung bei begrenzter Teilnehmerzahl (25 Personen).

Alte Post

Die Alte Post aus dem Jahr 1863 erstrahlt in neuem Glanz. Nach jahrzehntelangem Leerstand musste viel getan werden. Die Sandsteinfassade wurde aufwändig saniert, viele Steine mussten dabei ersetzt werden. Sie kommen aus demselben Steinbruch bei Marburg, in dem schon vor 155 Jahren die Sandsteine für die Fassade der Alten Post abgebaut wurden. Die Rußspuren der früheren Lokomotiven des benachbarten Bahnhofs wurden bewusst sichtbar belassen. Die historischen Eichenholzfenster konnten weitgehend erhalten und saniert werden, das Dach wurde komplett mit Schiefer neu eingedeckt. Mit viel Liebe zum Detail wurden auch die Innenräume restauriert und für eine aktuelle Nutzung modernisiert.

An Führungen mit Inhaber Kai Laumann durch die öffentlichen Räumlichkeiten kann man nur mit 3G-Nachweis und nach vorheriger Anmeldung teilnehmen (E-Mail an info @kai-laumann.de). Start ist um 10, 10.30 Uhr und 11 Uhr an der Schranke im Hof.

Alter Schlachthof

Seit fast vier Jahren ist der alte Schlachthof nun zu einem kulturellen Zentrum in Gießen gewachsen. Die unterschiedlichen Nutzungsarten von Wohnen über Gewerbe und Büroeinheiten bis hin zur Gastronomie und kulturellen Events hauchen dem denkmalgeschützten Gebäude immer wieder neues Leben ein.

Das Schlachthofgebäude in Gießen entstand zwischen den Jahren 1908 und 1913. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Alte Schlachthof stark in Mitleidenschaft gezogen, zwischen 1948 und 1954 wiederaufgebaut und war bis Jahr 2013 im Betrieb. Im Herbst 2014 begann die erste Planungsphase des Umbaus, abgeschlossen wurde die Sanierung 2017. Im sanierten und weitestgehend bauzeitlichem Erscheinungsbild kommt die charakteristische Silhouette mit markantem Turm und detailreicher, farblich abwechslungsreicher architektonischer Gestaltung am westlichen Lahnufer der Stadt wieder besonders zur Geltung. 2019 wurde der Alte Schlachthof im Bereich Industriedenkmal mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.

Im Alten Schlachthof gibt es um 14 Uhr eine einstündige Führung mit Dr. Wolfgang Lust. Treffpunkt ist in der Kalthalle, ohne Voranmeldung, für maximal 20 Personen.

Heyligenstaedt

Fast zehn Jahre ist es nun schon her, dass der erste Abschnitt der Sanierung des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes und Hauptbaus der ehemaligen Werkzeugfabrik Heyligenstaedt zu Büroflächen und zum Hotel & Restaurant Heyligenstaedt abgeschlossen wurde. 2015 wurde das Restaurant um die Alte Gießerei als Eventlocation erweitert. In den Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Gebäuden trifft heute Industriekultur auf modernes Raumdesign. Eine exklusive Innenausstattung trifft auf fast 150 Jahre altes Mauerwerk.

Auch am Hotel und Restaurant Heyligenstaedt wird Dr. Lust eine Führung anbieten (12 Uhr, Treffpunkt: Eingang Restaurant, ohne Voranmeldung, maximal 20 Personen).

Bismarckturm

Der 1906 feierlich eröffnete Bismarckturm überstand den Zweiten Weltkrieg, geriet aber in Vergessenheit und fiel in den 1970er Jahren Vandalismus und Verfall anheim. Er blieb jahrelang geschlossen, bis sich 2005 der Förderverein gründete und mit der grundhaften Sanierung begann. Im August 2014 wurde der Bismarckturm offiziell wiedereröffnet und ist seither für die Öffentlichkeit an jedem ersten und dritten Sonntag in den Monaten Juli bis Oktober geöffnet. Auch für den Tag des offenen Denkmals stehen Mitglieder des Fördervereins bereit und ermöglichen das Besteigen des Aussichtsturmes, der nahe zum Oberen Hardthof liegt.

Gießens markanter Aussichtsturm ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Wieseck-Quartier

Den Bereich zwischen Lony- und Löberstraße stellt die Lokale Agenda-Gruppe »Fluss mit Flair« vor. Von 11 bis 17 Uhr trifft man hier ohne Voranmeldung Ansprechpartner. Außerdem gibt es eine Ausstellung auf der Wieseck-Brücke Goethestraße (bei trockenem Wetter). Mitglieder der Agenda-Gruppe präsentieren hier Pläne, Zeichnungen und Fotos. So wird ein neuer Blick auf die Vor- und Baugeschichte, die künstlerische Gestaltung und Aufwertung der unter Denkmalschutz stehenden Ensembles am Ufer der Wieseck aus der Gründerzeit geworfen.

Kai Laumann wird durch die von ihm sanierte Alte Post führen.
Der Bismarckturm auf der Oberen Hardt.
Die Schiffenbergbasilika aus der Vogelperspektive.

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