Oliver und Jeanette Becker (v. r.) empfangen die Gäste Sadullah Güleç und Birgit Schulte (Stadthallen GmbH), Stadträtin Astrid Eibelshäuser und Ortsvorsteherin Elke Victor. FOTO: BF
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Oliver und Jeanette Becker (v. r.) empfangen die Gäste Sadullah Güleç und Birgit Schulte (Stadthallen GmbH), Stadträtin Astrid Eibelshäuser und Ortsvorsteherin Elke Victor. FOTO: BF

Tafeln und Schwafeln im Bürgerhaus

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Gießen-Rödgen(bf). Ganz offiziell wurde am Dienstag das neue Restaurant "Noch’n Gedicht" im Rödgener Bürgerhaus eröffnet. Doch neu sind dabei eigentlich nur die Räumlichkeiten. Die Pächter, Oliver und Jeannette Becker, sind im Stadtteil beliebt und bekannt - vom "Kühlen Grund". Ihre Erfolgsgeschichte wollen sie nun auch im Bürgerhaus fortsetzen - mit mehr Platz und einem Interieur, das moderne Gastronomie mit einem rustikalen Wesen verbindet.

"Tafeln und Schwafeln" ist das Motto des Lokals mit gutbürgerlicher Küche. Es sollte eigentlich der Name des Restaurants werden, bis sich die Beckers aber doch für "Noch’n Gedicht" entschieden. Kunst und Poetik scheint hier auch das optische Gesamtkonzept zu sein. "Hoffentlich wird das für unsere Gäste auch ein Augenschmaus", sagte Jeannette Becker zu Eröffnung. Dass viel Herzblut im neuen Lokal steckt, wird im harmonischen Inneren deutlich. Alles sieht gepflegt aus, alles fügt sich zusammen: Auf dem dunklen Holzfußboden stehen passende Holztische und -stühle, Steinwände hier und da setzen weitere rustikale Akzente, Spiegel mit vergoldeten Rahmen, Gemälde im Stil des Realismus und der Romantik mit Szenen aus dem Bürgertum, ein Telefon aus dem 19. Jahrhundert im Eingangsbereich, Kissen auf bequemen Sitzbänken tragen Gedichte unter anderem von Wilhelm Busch. Und dann wären da noch Instrumente als Deko. Fast könnte man annehmen, in einem Kunstmuseum zu gastieren. Draußen, das ist ein Novum für Rödgen, aber auch für die Beckers, gibt es nun einen Biergarten für bis zu 30 Gäste. Ist die Corona-Krise irgendwann überstanden, sollen draußen, aber auch drinnen noch mehr Gäste einen Platz finden können.

"Die Beschränkungen durch Corona, was die maximale Anzahl an Gästen betrifft, hat natürlich auch bei uns zu Umsatzeinbußen geführt", musste der Wiesecker Oliver Becker einräumen, der schon seit 30 Jahren Gastwirt ist. "Große Unsicherheit herrschte auch bei uns darüber, wie sich die Leute in diesen Zeiten verhalten werden. Bleiben sie wegen der Angst lieber daheim?" Die Beckers konnten durch einen Lieferservice, der gut angenommen worden sein soll, das Minus im "Kühlen Grund" etwas abfedern.

Dank äußerten sie gegenüber dem Ortsbeirat, bei der Eröffnung vertreten durch Vorsteherin Elke Victor. Der Beirat soll sich dafür eingesetzt haben, die Beckers als Gastronomen im ansonsten gewerblich eher abgehängten Rödgen zu halten. Hätte es mit den Räumen im Bürgerhaus nicht geklappt, wären sie vermutlich gegangen. 100 000 Euro investierte die Stadthallen GmbH in die Renovierung, in zwei größtenteils barrierefreie WCs und den Biergarten. Geschäftsführer Sadullah Güleç zeigte sich beeindruckt, wie die Beckers den Innenraum mit Freunden und Angestellten gestaltet haben.

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