Synergien werden gebündelt

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Die Kunsthalle feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Im Oberhessischen Museum geht die Neukonzeptionierung unter neuer Leitung mit großen Schritten voran. Anlass für Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und den neuen Kulturamtsleiter Stefan Neubacher, das Jahresprogramm der beiden Institutionen gemeinsam mit den Leiterinnen Nadia Ismail und Katharina Weick-Joch vorzustellen.

Eines ist klar: Kunsthalle und Oberhessisches Museum werden in diesem Jahr immer wieder Akzente im Kulturleben der Stadt setzen. In der Kunsthalle will Leiterin Dr. Nadia Ismail im zehnten Jubiläumsjahr "die Synergien der Stadt bündeln" und die zeitgenössische Kunst feiern. Das Oberhessische Museum hat unter der neuen Leitung von Dr. Katharina Weick Joch erstmals ein Programmheft für die erste Jahreshälfte zusammengestellt, in dem praktische Informationen und Veranstaltungsankündigungen dargestellt sind. Einen Überblick über das umfangreiche Programm beider Institutionen gab es nun im Alten Schloss.

Die Kunsthalle freut sich im Jubiläumsjahr auf vier große Ausstellungen und gleich mehrere Kooperationen mit anderen Institutionen der Stadt. "Die Kunsthalle nutzt die Möglichkeit, die bildende Kunst auch in anderen Sparten zu positionieren", freut sich Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher. Wichtig ist es für Kunsthallenleiterin Ismail, dass die Kooperationen jeweils mit den unterschiedlichen Ausstellungen in der Kunsthalle eng verbunden sind. Nachdem am Freitag, 15. Februar, Dramaturg Hermann Beil auf Einladung der Kunsthalle und der Hein-Heckroth-Gesellschaft aus Thomas Bernhardts "Alte Meister" lesen wird, wird am 20. Februar die Tanzcompagnie des Stadttheaters in der Kunsthalle ihre erste von vier choreografisch-performativen Interventionen zeigen. Jeweils 30 Minuten lang werden die Tänzer ihre "De-Konstruktionen" zu den unterschiedlichen Ausstellungen vorführen. Einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr wird sicherlich das zweitägige Performancefestival "In/Between" sein, bei dem am 24. und 25. August in Kooperation mit dem Neuen Kunstverein und dem Institut der Angewandten Theaterwissenschaften die Kunsthalle und der Kunstkiosk am Alten Friedhof, aber auch die Wege dazwischen, mit Performances und Installationen bespielt werden. Eine Lesung mit Nico Bleutge, in Kooperation mit dem LZG, steht am 14. November ebenfalls auf dem Programm.

Auch Schlossturm wird bespielt

Daneben bietet die Kunsthalle vier Ausstellungen, jeweils mit einem breiten Rahmenprogramm. Maler Uwe Henneken wird ab 15. März mentale Zustände mit seiner Kunst visualisieren (bis 19. Mai). Das Düsseldorfer Fotografenduo Katja Stuke und Oliver Sieber stellt ab 7. Juni mehrteilige Foto- und Videoarbeiten aus seinem Werkkomplex "Japanese Lessons" aus. Der neuseeländische Künstler Matthew Cowan beschäftigt sich im September in Fotografien, Videos, Installationen und Performances mit europäischem Brauchtum und wird dabei auch aller Voraussicht nach einen Gastauftritt im lange nicht mehr bespielten "Heidenturm" des Alten Schlosses absolvieren. Mit einer Ausstellung von Stipendiaten der Hessischen Kulturstiftung (6. Dezember bis 16. Februar) endet das Kunsthallen-Jubiläumsjahr.

Begleitend zu jeder Ausstellung organisiert die Kunsthalle ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und Vermittlungsangebote, darunter neuerdings auch einen Familientag und kurze Führungen im Rahmen der "bewegten Mittagspause". Alle Informationen findet man auf www.kunsthalle-giessen.de, auf Facebook und Instagram oder im Kunsthallen-Newsletter.

Auch im Oberhessischen Museum sei man "räumlich und gedanklich im Umbau", betont Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch und legt, zum ersten Mal in der 140-jährigen Museumsgeschichte, eine Broschüre mit einem Überblick über das Halbjahresprogramm vor. Das mit der Neukonzeption des Museums beauftragte Stadt(Labor) kehrt "nach Hause zurück", bezieht im Erdgeschoss des Alten Schlosses seinen Laborraum und auch das Filmbüro zieht hier ein. Am 22. Mai wird die dritte Laborausstellung unter dem Motto "Gießen ist... Orte und Bewusstsein einer Stadt" ebenfalls hier eröffnet. Es gibt zahlreiche Workshops für Kinder und Jugendliche (auf zwei- und dreistündige Angebote erweitert), ab 20. Februar jeden letzten Mittwoch im Monat (ab 12 Uhr) eine kurze "Kunstpause" als Führung zu einzelnen Objekten und die Museumsgesellschaft bietet am 21. März (19 Uhr) erstmals "Hereinspaziert" an. Hier werden mit Gästen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik Dinge des Museums zum Sprechen gebracht. Auch der rituelle Austausch des Mandalas im Wallenfels’schen Haus (ab 14. Februar) und die Ausstellung von THM-Studenten mit architektonischen Visionen zum Umbau des Alten Schlosses (Eröffnung am Dienstag, 12. Februar, 19 Uhr, bis 24. Februar) gehören zum Angebot des Museums, das, so Weick-Joch, noch mehr "in den Austausch mit dem Stadtraum" kommen will.

Alle Informationen zum Programm des Museums findet man auf www.giessen.de oberhessisches_museum, auf Instagram und Facebook oder in den ausliegenden Broschüren (als pdf auf www.giessen.de aufrufbar).

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