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Stadtwerke-Aufsichtratsvorsitzende Astrid Eibelshäuser gibt die Vertragsverlängerung mit den Vorständen Matthias Funk (l.) und Jens Schmidt bekannt.

SWG-Doppelspitze macht weiter

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Gießen (mö). Ein riesiger Sattelschlepper des Unternehmens Aldi fährt am Dienstagmorgen gerade vom Hof der Stadtwerke an der Lahnstraße. Neben dem Firmenlogo des Discounters prangen große Kürzel CNG auf der Bordwand. "Der hat bei uns Gas getankt", sagt SWG-Sprecher Ulli Boos. Das Bild mit dem Ökotruck hat fast symbolischen Charakter, denn die Umstellung der gesamten Busflotte der SWG-Tocher MitBus auf Biogas-Antrieb zählt zu den Innovationen, die den aktuellen Stadwerke-Vorständen Jens Schmidt und Matthias Funk angerechnet werden. Ihre Verträge hat der Aufsichtsrat um weitere fünf Jahre verlängert. "Wir setzen die erfolgreiche Arbeit mit dieser Doppelspitze fort. Dieser Vorstand steht für Innovation und Stabilität", sagt die Aufsichtsratsvorsitzende, Stadträtin Astrid Eibelshäuser beim Pressetermin im Besprechungsraum der SWG-Zentrale.

Dass der kaufmännische Vorstand Jens Schmidt, der Ende 2014 vom RWE-Konzern aus Essen nach Gießen gewechselt war, weitermacht, wurde bereits im vergangenen Dezember entschieden. Ende Mai folgte nun die Vetragsverlängerung auch für den technischen Vorstand Matthias Funk, dessen erster Vertrag Ende Mai kommenden Jahres ausläuft. "Es ist üblich, dass man solche Entscheidungen ein Jahr vor dem Auslaufen der Verträge trifft", erläutert Eibelshäuser.

Neben der wirtschaftlichen Stabilität des stadteigenen Unternehmens führt die SPD-Politikerin vor allem Erfolge bei den Zukunftsthemen Digitalitisierung, Energie- und Verkehrswende als Gründe an, warum es keinerlei Anlass gab, die Pferde zu wechseln. "Die Stadtwerke gehen schon heute die Herausforderungen von morgen an, suchen nach sinnvollen und nachhaltigen Alternativen und finden wegweisende Lösungen", lobte Eibelshäuser das Führungstandem.

Sinnbildlich steht für sie die Umrüstung der Busflotte auf Gasantrieb (CNG). Während andernorts ein E-Bus "als Leuchtturm" angeschafft werde, während der Rest der Flott weiter mit Diesel fahre, hätten die SWG ihre Gasstrategie überprüft und weiterentwickelt. Im Ergebnis seien die klimaschädlichen Emissionen "praktisch auf Null" gesunken. "Genau diese Art, Probleme anzugehen, spricht für die SWG und damit ihre beiden Vorstände", betont Eibelshäuser.

"Technologieoffener Weg"

Die Einführung des WLAN für die Innenstadt, die Kommunikation per WhatsApp mit Energiekunden, die Einbindung des örtlichen Handwerks bei der riesigen Umstellung von L- auf H-Gas, die Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen, wenn es um die Nutzung regenerativer Brennstoffe oder die Anwendung von Speichertechnologien geht, sind weitere Stichworte, wenn es um die bisherige Bilanz und Perspektiven des Vorstands geht.

Vorstand Schmidt bekräftigt den Anspruch der SWG, bei der Energiewende "auf allen Ebenen nicht nur mitzulaufen, sondern sie mitzugestalten und dabei Wertschöpfung zu betreiben". Dabei sei es hilfreich, dass die Stadt als Eigentümerin nicht übermäßig Geld aus dem Unternehmen für den eigenen Haushalt abschöpft. Auch die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat sei konstruktiv, auch wenn es den ein oder anderen Zielkonflikt gegeben habe. Für seinen Kollegen Funk ist es vor allem wichtig, dass die Stadtwerke weiterhin - wie beim Thema Busantrieb - einen "technologieoffenen Weg" beschreiten können.

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