Auch Audrey Hepburn ist im typischen Pop-Art-Stil mit von der Partie. FOTO: DKL
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Auch Audrey Hepburn ist im typischen Pop-Art-Stil mit von der Partie. FOTO: DKL

Superhelden auf dem Schiffenberg

  • vonDagmar Klein
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Wo trifft Marilyn Monroe Micky Maus und Audrey Hepburn? In der Galerie auf dem Schiffenberg. Denn dort präsentiert die Winterausstellung "Super Heroes" von Heiner Meyer

So mancher mag ihn noch in Erinnerung haben. Im Juni 2009 wurde die neue Kunsthalle im Rathaus mit der Werkschau "Déjà Vu" und in Anwesenheit von Heiner Meyer, dem deutschen Pop-Art-Künstler schlechthin, eröffnet. Dort waren es größere Werke, Ölgemälde und einige Skulpturen. Für den kleinen Rahmen der Galerie auf dem Schiffenberg, präsentiert nun Galerist Rudolf Lotz Drucke des Künstlers aus dessen Reihe von Super Heroes. Es handelt sich um kleine Auflagen, die zudem noch unterschiedlich übermalt wurden.

Meister der Pop-Art

Lotz nennt sie liebevoll seine "Alltagshelden", man könnte auch sagen: die Helden der Kindheit der jetzt 60- bis 70-Jährigen. Denn woher sollen Jüngere das HB-Männchen der Zigarettenwerbung oder Lurchi aus dem Salamander-Schuhe-Ausmalheft kennen? Auch andere Motive wie Fix & Foxi, Donald Duck mit Familie, der Spinat essende Seemann Popeye, sie alle grüßen aus der Vergangenheit. Es gibt sie als Einzeldrucke zu kaufen, in Buchform oder als Sammelmappe mit signierten Einzelblättern.

Heiner Meyer lebt nach wie vor in seiner Geburtsstadt Bielefeld. Anfang der 70er Jahre hatte er längere Aufenthalte in London und Cadaqués/Spanien. Das Kunststudium an der HBK Braunschweig 1977 bis 1983 war begleitet von Studienreisen in die USA. Dort wurde sein Stil offenbar nachhaltig geprägt. Irgendwie fühlt man sich an die amerikanischen Großmeister der Pop-Art erinnert, auch wenn Meyer seinen eigenen Weg fand. Er erhielt diverse Preise und Stipendien, auch für Japan. Die Zahl seiner Ausstellungen ist kaum zu überblicken, seine Werke befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Offenbar trifft er einen Nerv mit seinen klar strukturierten und oft starkfarbigen Bildern. In seiner Anfangszeit gab es noch Elemente aus der antiken Kunst, davon hat er sich weitgehend verabschiedet. Er konzentriert sich auf Motive der Alltags- und Pop-Kultur. Immer spielt sein subtiler Humor mit, Gesellschaftskritisches scheint eher verhalten auf. Es ist eine fröhliche Kunst, findet Galerist Lotz, die man in der aktuell schwierigen Zeit gut brauchen kann.

Wer gern ein Masterpiece in Oil hätte, der sei verwiesen auf die Meisterwerke mit den Auto-Öl-Dosen. Bei den Pin Up-Girls ist Vorsicht geboten, die Voyeure sind oft mit im Bild. Oder das Schönheitsgebot wird durch Botox-Kisten oder -aufschriften hinterfragt. Davon gibt es auf dem Schiffenberg nur ein einzelnes Beispiel, auch die Filmschönheiten der 60er Jahre sind nur punktuell vertreten, etwa Audrey Hepburn mit ihren Rehaugen. Marilyn Monroe allerdings, die posiert sehr dominant auf dem Außenplakat der Galerie, umgeben von den Klunkern ihres erfolgreichen Songs "Diamonds are a girls best friend".

Man kann sich bezirzen lassen oder über die Comic-Helden der Kindheit freuen. Alles ist möglich bis April 2021, geöffnet ist die Galerie auf dem Schiffenberg von 15 bis 18 Uhr. Zwischendrin wird die Hängung auch mal gewechselt, versichert Galerist Lotz.

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