Eine Kuh frisst am 20.08.2014.
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In Deutschland gehören die Wiederkäuer und die landwirtschaftlich genutzten, gedüngten Böden zu den großen Verursachern der Treibhausgase.

Klimawandel

Gießen: Wie lassen sich Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft reduzieren?

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Treibhausgase beeinflussen den Klimawandel maßgeblich. Eine an der Uni Gießen angesiedelte Forschungsgruppe hat nun ein Handbuch zusammengestellt, um Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren.

Gießen – Die Treibhausgase Lachgas und Methan, die zu einem großen Teil in der Landwirtschaft entstehen, spielen für den Klimawandel eine entscheidende Rolle. Laut Prognosen könnten sich die Freisetzungen in den kommenden Jahren noch um bis zu 60 Prozent erhöhen, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Daher ist es wichtig, Quellen, Prozesse, Entstehungsbedingungen und Freisetzungsmengen der Treibhausgase aus der Landwirtschaft genau zu kennen.

Universität Gießen: Forschungsgruppe veröffentlicht Handbuch zu Treibhausgasen in der Landwirtschaft

Wissenschaftler der an der Justus-Liebig-Universität angesiedelten DFG-Forschungsgruppe DASIM (Denitrification in Agricultural Soils: Integrated Control and Modelling at Various Scales) haben gemeinsam mit einem internationalen Forscher-Team und mit Unterstützung des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowohl Methoden zur Messung und Berechnung als auch Möglichkeiten der Verminderung in einem Handbuch zusammengestellt.

»Wir sind überzeugt, dass das Buch von vielen internationalen Wissenschaftlern, die im Bereich der Treibhausgasemissionen forschen, aber auch von Studierenden genutzt werden wird«, sagt Prof. Christoph Müller, Direktor des Instituts für Pflanzenökologie der JLU und Sprecher der DASIM-Forschungsgruppe.

Universität Gießen: Handbuch zu Treibhausgas-Emissionen steht kostenlos zum Download zur Verfügung

In Deutschland gehören die Wiederkäuer und die landwirtschaftlich genutzten, gedüngten Böden zu den großen Verursachern der Treibhausgase. In anderen Teilen der Erde ist es unter anderem der Reisanbau, der zum weltweiten Anstieg der klimaschädlichen Gase und somit zum Klimawandel beiträgt. Laut Umweltbundesamt verursacht der landwirtschaftliche Sektor 79 Prozent der Lachgas- und 62 Prozent der Methan-Freisetzungen in Deutschland. Rechnet man diese Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen in Kohlendioxid(CO2)-Äquivalente um, so verursacht die Landwirtschaft 63,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in Deutschland und mehr als 10 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr weltweit. Zum Vergleich: Eine Buche speichert in 50 Jahren ungefähr eine Tonne CO2.

Das Handbuch zu Treibhausgasemissionen steht unter https://doi.org/10.1007/978-3-030-55396-8 kostenlos zum Download zur Verfügung. (pm)

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