Studie: Marburg hängt Gießen ab

Gießen (mö). Ist das bitter: Im Standortwettstreit der alten Rivalinnen an der Lahn hat Marburg momentan die Nase deutlich vorne. Diesen Schluss lässt zumindest eine aktuelle Studie des Schweizer Forschungsinstituts Prognos für das "Handelsblatt" zu.

Gießen (mö). Ist das bitter: Im Standortwettstreit der alten Rivalinnen an der Lahn hat Marburg momentan die Nase deutlich vorne. Diesen Schluss lässt zumindest eine aktuelle Studie des Schweizer Forschungsinstituts Prognos für das "Handelsblatt" zu. Demnach belegt Marburg in der Rangfolge des "Karriereatlas 2008" einen hervorragenden 26. Platz unter 150 deutschen Regionen, Gießen rangiert nur auf Platz 60. In zwei der fünf abgefragten Kategorien wird Marburg sogar als "Top-Region" unter den besten zehn geführt. Davon ist Gießen weit entfernt.

Marburg, so die Studie, zähle zu jenen Mittelzentren in der Republik, die den "Zug der Zeit" rechtzeitig erkannt hätten. Zitat aus dem "Handelsblatt": "Marburg etwa oder Bamberg binden vor allem junge Nachwuchskräfte überdurchschnittlich gut an die regionale Wirtschaft. In diesen Städten verlassen die Absolventen ihre Hochschulen nach dem Examen nicht in dem Wissen, die Koffer packen zu müssen. Das schafft Perspektiven für hoch qualifizierte junge Frauen und Männer, das lockt aber auch Unternehmer an, in den Regionen zu investieren."

Allerdings profitiert Marburg davon, dass die Regionen nach Arbeitsmarkt und Pendlerbewegung abgegrenzt wurden. Zu Gießen zählt der strukturschwache Vogelsberg, aber auch die starke Lahn-Dill-Region, Marburg-Biedenkopf wird dagegen allein betrachtet, während die Wetterau Frankfurt zugeschlagen wurde.

Dennoch: In der Kategorie "Perspektiven für Denker" (Wissenschaftler und Ingenieure) sowie bei den "Jungen Hot Spots" für Führungskräfte landet Marburg auf den Plätzen 6 und 5, Gießen nur auf den Rängen 68 und 55. Dafür sieht die Studie die Gießener Region bei der allgemeinen Lebensqualität (Platz 39) vor der Nachbarregion (58). Die Tatsache, dass Gießen bei den "Perspektiven für Denker & Lenker" unter Berücksichtigung der regionalen Altersstruktur gar nur auf Platz 87 gelistet wird (Marburg auf 11), dürfte ebenfalls mit dem Zuschnitt der Region zu tun haben. Bekanntlich wird der Stadt Gießen selbst in anderen Studien eine noch günstige demografische Entwicklung vorhergesagt.

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