+

LED-Umstellung

Straßenbeleuchtung in Gießen als Millionenprojekt

  • schließen

Fast 9000 Straßenlampen gibt es in Gießen. Über 4000 wurden bereits mit LED-Technik ausgerüstet. Ab März 2020 kommen weitere 3500 Lampen an die Reihe. Die Umrüstung ist ein Millionenprojekt.

Es gab einige Beschwerden über die "nervöse" Straßenbeleuchtung in der Wohnstraße, die FDP im Stadtparlament spottete über die "Wunderlampen", die das Land Hessen der Stadt Gießen vor vier Jahren spendiert hatte. Aber seit die Stadt damals einige Mängelexemplare der neuen LED-Beleuchtung, die aus einer fehlerhaften Produktionslinie stammten, austauschen ließ, ist die Kritik an der neuen Technik verstummt.

Nach der 2015 erfolgten Umrüstung der Straßenbeleuchtung im Westen und Norden der Kernstadt sowie in den Stadtteilen sollen zwischen März und August kommenden Jahres nun die Straßenzüge im Gießener Süden und Osten sowie in der Innenstadt und einigen ebenfalls noch nicht umgestellten Straßen der Weststadt auf das energiesparende Kunstlicht umgestellt werden. Dies bestätigte die Stadt, nachdem die "Flächendeckende Modernisierung der Straßenbeleuchtung mit LED-Technik in der Universitätsstadt Gießen" vor einigen Tagen vom Tiefbauamt ausgeschrieben worden war. Es geht um die Lieferung und Installation von weiteren rund 3500 "Lichtpunkten". Mit "Lichtpunkt" ist eine Leuchte gemeint. Die Zahl der Standorte ist geringer, weil es zum Beispiel in Kreuzungsbereichen Masten gibt, an denen mehrere Lampen angebracht sind.

Bei der jetzt anstehenden Maßnahmen werden die allermeisten der neuen Lampen nur an die bestehenden Masten installiert. Umgesetzt werden Masten nur dann, wenn es der besseren Ausleuchtung der Umgebung dient. Die Stadt geht von einer Energieeinsparung von bis zu 70 bis 80 Prozent im Vergleich zu den alten Quecksilber- bzw. Natriumdampf-Hochdrucklampen aus. Von denen sind derzeit noch rund 4000 Exemplare im Einsatz.

Schneller Einsparungseffekt

Die erste Umstellung hatte laut Stadt eine jährliche Einsparung von 370 000 Euro gebracht. Angesichts von Kosten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro hätte sich die Umstellung also jetzt schon amortisiert. Allerdings gab es im Nachgang einige Probleme; rund 120 Lampen, die ständig flackerten, wurden vom Hersteller ausgetauscht.

Eigentlich sollte die Umstellung in Gießen bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen werden, aber bei der Umsetzung des Kommunalen Investitionsprogramms (KIP) kam es zu Verzögerungen. Bereits im Juni 2016 hatte das Stadtparlament das KIP-Paket befürwortet, darin enthalten die 1,45 Millionen Euro, die vom Bund bezahlt werden. Vor vier Jahren war es das Land Hessen, das die Umrüstung der fast 4300 Lampen im Rahmen eines Pilotprojekts bezuschusst hatte.

Die Umrüstung der Gießener Straßenbeleuchtung geht letztlich auf eine Verfügung der Europäische Union zurück, die bereits vor rund zehn Jahren die Umstellung auf eine stromsparende Beleuchtung angeordnet hat. Vom "Lampenverbot" der EU waren in Gießen ursprünglich etwa zwei Drittel aller Straßenlampen betroffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare