Strafmaß bleibt bestehen

  • vonDagmar Hinterlang
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Gießen(hin). Im Prozess gegen den 30-jährigen R. erging am vergangenen Freitag das Urteil. Es bleibt bei acht Jahren Freiheitsstrafe. R. war wegen versuchten besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung bereits im August 2019 verurteilt worden. Auf Beschluss des Bundesgerichtshofs musste über das Strafmaß allerdings erneut entschieden werden (die AZ berichtete).

Die Schuld des Angeklagten stand dabei nicht in Zweifel. Die Beteuerung des Angeklagten, die Tat nicht begangen zu haben, war insofern ohne Bedeutung, wie Vorsitzender Richter Heiko Söhnel (7. Große Strafkammer des Landgerichts) in seiner Urteilsbegründung betonte.

Opfer verlieren Urvertrauen in die eigene Umgebung

Zugunsten des Angeklagten sprach, dass die Tat lange zurücklag und dass der Angeklagte keine relevanten Vorbelastungen hatte. Zu seinen Lasten gab es gravierende Punkte. Vor allem waren dies die körperlichen und seelischen Folgen für die Einbruchsopfer. Mutter und Tochter hätten das Urvertrauen in ihre Umgebung verloren, betonte der Vorsitzende.

In das Urteil wurde ein Strafbefehl vom April 2020 mit einbezogen. Dabei ging es um einen Vorfall in der JVA Gießen.

Staatsanwalt Dr. Fabian Hohl sah keinerlei Umstände, die für eine Strafminderung hätten sprechen können. Demgegenüber fand er mannigfaltige Gründe zu Lasten des Angeklagten. Das Strafmaß aus dem ursprünglichen Urteil sei das absolut Mindeste, was angesichts der Schwere der Tat vertretbar sei. Eher hätte man über eine Erhöhung nachdenken müssen, meinte der Staatsanwalt. Das aber sei rechtlich nicht möglich.

Keine Zweifel an Schuldfähigkeit des Angeklagten

Nebenklagevertreter Rechtsanwalt Axel Gutmann erinnerte an die Traumatisierung der Frauen. Er schloss sich dem Plädoyer des Staatsanwalt an. Verteidiger Rechtsanwalt Thorsten Marowsky bekundete, keine Zweifel an der Schuldfähigkeit seines Mandanten zu haben und dem Gutachter insoweit zu folgen. Er machte jedoch geltend, dass die Opfer einen besseren Eindruck machten als zuvor beschrieben. So betrachtete er den Verzicht der Frauen auf eine Psychotherapie bzw. deren Abbruch als Ausdruck der Normalisierung ihres Lebensalltags. Auch hätten sie auf den Einbau von Alarmanlagen in ihrer Mietwohnung verzichtet. Die Messerstiche seien nicht lebensgefährlich gewesen, betonte er und forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten.

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