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Bei den Haushaltswaren kann man so manches Schnäppchen machen. FOZO: SON

Stöbern für den guten Zweck

Gießen (son). Auf dem Hof vor Halle 7 der Hessenhallen bilden sich am Sonntagvormittag gleich mehrere Menschenschlangen: Eine vor einem mobilen Corona-Testzentrum, und eine vor dem Einlass zu den »Gießener Tagen«, einem beliebten Flohmarkt, der seit Jahren von dem Service Club »Round Table 94« veranstaltet wird und in diesem Jahr in die 15. Runde geht.

Viele Flohmarkt-Fans streichen sich das Datum im Kalender rot an, denn hier wird ordentlich Ware an den Mann und die Frau gebracht - in gutem Zustand und vor allen Dingen vorsortiert. Der Erlös geht in jedem Jahr an diverse soziale Projekte wie die Gießener Tafel oder das Eulenkopf-Projekt Mahlzeit. Auch die Gießener Kinderklinik wird regelmäßig bedacht.

Zugang nur mit Test, auch nach Impfung

In diesem Jahr sollen sich alle Besucher ohne Ausnahme testen lassen - auch die Geimpften. Das hatte im Vorfeld für einigen Unmut gesorgt. Tobias Winkler ist Präsident der Gießener Round Tabler und erklärt bei einem Gespräch vor der Halle, warum er dieses Vorgehen trotzdem für richtig hält. »Wir möchten bei einer Veranstaltung, die namentlich für einen guten Zweck konzipiert ist, keinerlei Risiko eingehen«, betont Winkler, dessen Lebensgefährtin auf einer Corona-Intensivstation arbeitet und aus erster Hand weiß, welche dramatischen Auswirkungen die Krankheit haben kann. Für die Testungen habe man den Betreiber eines Gießener Testzentrums gewinnen können. »Wir hatten auch zunächst Hilfsorganisationen angefragt, aber die wollten Geld für die Testungen von uns haben, sagt Winkler. Der Betreiber spende zudem zwei Euro pro Test für den guten Zweck.

Gedränge wollten die Veranstalter unbedingt vermeiden, nichtsdestotrotz sollte das Flohmarktgefühl erhalten bleiben. »Daher haben wir auch kein Einbahnstraßensystem gewählt, sondern die Gänge zwischen den Tischen entsprechend breiter konzipiert.« Deshalb habe man auch 30 Prozent mehr Hallenfläche eingeplant.

Winkler konnte sich auf ein 70-köpfiges Helferteam verlassen, das am Samstag alle Hände voll damit zu tun hatte, die Waren entgegen zu nehmen. »Die Leute haben viele schöne Dinge vorbeigebracht«, so Winkler. Das Angebot reiche von Kleidung und Spielwaren, über Haushaltswaren, Elektrogeräte, Büroausstattung, Möbel und Bildern.

In der Halle herrscht derweil reges Treiben, aber tatsächlich kaum Gedränge. Viele Helferinnen und Helfer von Round Table stehen gelb bewestet bereit die Waren zu verkaufen oder beratend zur Seite. An einen langen Tisch in der Mitte der Halle, auf dem zahlreiche Haushaltswaren gestapelt sind, stehen Susanne Breitenbach und ihre Freundin Ulli Groß und sichten in aller Ruhe das riesige Angebot. »Wir sind seit Jahren begeisterte Flohmarktfans«, so die beiden 56-Jährigen aus Wettenberg. Sie haben selbst am Samstag zunächst Waren vorbeigebracht, nun stöbern die beiden bei den Gießener Tagen. »Ach, ich habe auch schon was gefunden«, meint Susanne Breitenbach und deutet auf ein großes Holzbrett, das aus ihrer Tasche hervorlugt. Ulli Gross hat bereits kleine Backformen für ihre Enkelin erstanden.

Zu den Einnahmen konnte Winkler am Sonntagnachmittag noch nichts sagen. »Wir sind aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis«, sagt er. Geschätzt 1000 Menschen hätten den Weg in die Hessenhallen gefunden.

Termin für 2022 steht schon fest

Nach dem eigentlichen Flohmarktgeschehen hatten noch verschiedene Kitas, Nutzer der Gießener Tafel sowie Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder GAiN die Möglichkeit, Waren kostenlos mitzunehmen. Der Erlös der Veranstaltung fließt in mehrere Projekte, die von Round Table 94 unterstützt werden. Dazu gehört die Gießener Tafel, die Produktionsschule Abendstern, das Projekt Mahlzeit am Eulenkopf und die Station Pfaundler der Kinderklinik.

Der Termin für die nächsten Gießener Tage steht übrigens schon fest. Flohmarktfans können sich den 24. April 2022 im Kalender rot anstreichen.

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