Stimmgewalt in der Michaelskirche

Der Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff lässt es in der Wiesecker Michaelskirche heftig dröhnen.

Auf begeisterte Resonanz stieß am Samstag der Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff in der ausverkauften Michaelskirche. Den Auftakt des Konzertes bildete der Kirchenchor: Unter Leitung von Norbert Kissel trug er den Lobgesang "Danket dem Herrn" recht kraftvoll, mit guter klanglicher Balance vor.

Danach bot der vierzehnköpfige Don-Kosaken-Chor, dirigiert von Wladimir Pasdriy, russische Kirchengesänge und Volksweisen dar, und zwar mit reichlich Energie. Sowohl die Tenor- als auch die Bassstimmen zeichneten sich durch helle Strahlkraft aus, erreichten indes in Fortissimo-Passagen solch hohe Lautstärken, dass es im Gotteshaus heftig dröhnte. Ein Weihnachtslied begann mit einer abgrundtiefen, rabenschwarz intonierten ernsten Solo-Bassmelodie, ehe ein Tenor, dann der ganze Chor hinzukamen und der Komposition weihevollen Ausdruck verliehen. Der Interpretationsstil wirkte insgesamt recht dynamisch, harmonisch und rund; fein nuanciert das Vibrato. Die leidenschaftliche Hingabe und ehrfürchtige Gesangsweise zog auch in weiteren Stücken in den Bann. Wechselnde Sänger demonstrierten ihre solistischen Qualitäten über der gut unterstützenden Chor- begleitung. Immer wieder faszinierte der Stimmungsreichtum der Darbietungen - von munterer Beschwingtheit bis hin zu tief empfundener Beschaulichkeit; gelegentlich klatschten die Hörer mit.

Nach der ersten Zugabe sangen beide Chöre das populäre russische Lied "Ich bete an die Macht der Liebe". jou

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