Vorläufige Bilanz für 2019

Stickstoffdioxid-Belastung auf niedrigstem Stand

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Gießen(mö). Die Stadt Gießen scheint sich aus der Debatte um zu hohe Stickstoffdioxid-Werte zu verabschieden. Nach einer Auswertung der vorläufigen Messwerte des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) lag der maßgebliche Jahresmittelwert in 2019 mit gut 40,2 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur noch minimal über dem zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm. Dieser Wert ergibt sich aus dem Durchschnitt der zwölf Monatsmittelwerte des vergangenen Jahres.

Die 40,2 Mikrogramm wären der niedrigste Jahresmittelwert seit fast 20 Jahren und der niedrigste, seit an der Westanlage gemessen wird. Unter dem seit 2010 geltenden Grenzwert lag die Luftbelastung mit dem gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid zuletzt zu Beginn des Jahrtausends mit 39 Mikrogramm, danach stiegen die Werte an, 2007 bis auf 52 Mikrogramm. Im vergangenen Jahrzehnt bewegte sich der Jahresmittelwert dann zwischen 42 und 44 Mikrogramm. Werte, die auch die Stadt Gießen in den Fokus der Debatte um Fahrverbote für Diesel-Kfz rückten, nachdem die Deutsche Umwelthilfe Landesregierungen und Städte wegen Untätigkeit verklagt hatte.

Auf die Einführung einer Umweltzone verzichtete die Stadt letztlich wegen Wirkungslosigkeit, ergriff aber andere Maßnahmen und legte einen "Green City"-Plan zur Verbesserung der Luftqualität auf. Er beinhaltet unter anderem die komplette und bereits vor einem Jahr vollzogene Umrüstung der Stadtbusflotte auf Biogasantrieb und die Modernisierung des städtischen Verkehrsleitsystems. Wie vor Weihnachten berichtet, stehen der Stadt für die Digitalisierung des Stadtverkehrs aus dem Bund/Länder-Programm "Saubere Luft" rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, die bereits verplant sind.

Im vergangenen Jahr wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm in fünf Monaten überschritten, Ausreißer nach oben war der Februar mit 53,4 Mikrogramm, der niedrigste Wert wurde im Juli mit 35,4 gemessen. Die Messstation des HLNUG steht seit 2006 in der Westanlage, zuvor stand sie am Oswaldsgarten. Dort waren die Werte niedriger als in der Westanlage, weil die Station weiter weg von der Straße in einer Grünanlage stand.

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