Wort zum Sonntag

Sternstunden

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Sternstunden können Hoffnung und neue Perspektiven geben.

Stefan Zweig nannte besonders herausragende Ereignisse Sternstunden, »weil sie leuchtend und unwandelbar wie Sterne die Nacht der Vergänglichkeit überglänzen«.

Es gibt nicht nur Sternstunden der Geschichte mit epochaler Wirkung. Da sind auch ganz persönliche Sternstunden im Leben eines Einzelnen. Ereignisse von zentraler Bedeutung. Ein solches Ereignis ist in 1. Mose 15 nachzulesen.

Abraham war dabei, die Hoffnung zu verlieren. Im Alter kinderlos. Für ihn war die Frage der Nachkommenschaft keine Nebensächlichkeit. Die Zukunftshoffnung von alttestamentlichen Menschen richtete sich darauf, in ihren Kindern weiterzuleben. Aber ohne Nachkommen keine Hoffnung. Keine Zukunft! Was wird aus mir? Wird mein Name vergessen werden? Wird sich am Ende ein Fremder an meiner Hinterlassenschaft erfreuen? Wofür lebe ich noch? Solche Fragen lasteten schwer auf Abraham. Doch dann riss Gott den Nachthimmel auf. Abraham erlebte buchstäblich eine Sternstunde des Glaubens.

»Hab keine Angst, Abram, ich beschütze dich wie ein Schild und werde dich reich belohnen!«

Er führte Abram aus dem Zelt nach draußen und sagte zu ihm: »Schau dir den Himmel an, und versuche, die Sterne zu zählen! Genauso werden deine Nachkommen sein - unzählbar!« Abram nahm dieses Versprechen ernst. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf den Herrn, und so fand er Gottes Anerkennung.

Mit dieser Sternstunde Abrahams erklärt der Apostel Paulus später den Glauben:

»Da, wo es nichts zu hoffen gab, gab er die Hoffnung nicht auf, sondern glaubte, und so wurde er der Vater vieler Völker.« (Römer 4,16)

Mitten in unsere Zukunftsfragen spricht Gott auch heute zu uns sein »Hab keine Angst!«. »Ich beschütze dich.« So wie Abraham sind wir eingeladen, Gott zu vertrauen. Egal, was kommt. Er will uns Hoffnung schenken. Solche Sternstunden des Glaubens wünsche ich mir - und auch Ihnen.

Johannes Kaisser

Evangelische Allianz Gießen

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