Bei Poppe sollen demnächst wie beim Mutterkonzern Veritas Stellen wegfallen. FOTO: SCHEPP
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Bei Poppe sollen demnächst wie beim Mutterkonzern Veritas Stellen wegfallen. FOTO: SCHEPP

Insolvenzverfahren

Stellenabbau bei Poppe in Gießen geplant

  • Jens Riedel
    vonJens Riedel
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Bei der insolventen Poppe GmbH in Geßen sollen wie beim Mutterkonzern Veritas Stellen wegfallen. Der Insolvenzverwalter spricht aktuell darüber mit dem Betriebsrat.

Gießen(jri). Bereits Ende April hatte die Unternehmensgruppe Veritas/Poppe einen Insolvenzantrag gestellt. Seitdem lief dort das vorläufige Insolvenzverfahren. Jetzt hat das Amtsgericht Hanau das reguläre Insolvenzverfahren (Hauptverfahren) der Gesellschaften Poppe GmbH (Gießen), Veritas AG (Gelnhausen), Veritas Thüringen GmbH und Veritas Sachsen GmbH eröffnet. Insolvenzverwalter ist in allen vier Verfahren der Frankfurter Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner (Kanzlei Brinkmann & Partner). Der Automotive-Experte Plathner hat bereits das vorläufige Insolvenzverfahren geleitet, in dieser Zeit aller Betriebe am Laufen gehalten und einen Investorenprozess gestartet.

Plathner betont: "Ich bin aufgrund der breiten Interessentenbasis sehr optimistisch, eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden." Im Rahmen der vorläufigen Verwaltung wurden bereits Sanierungsmaßnahmen vorbereitet und zum Teil auch schon umgesetzt.

Dazu gehöre allerdings auch ein Stellenabbau. Davon werde auch Poppe mit seinen zuletzt noch 246 Mitarbeitern in Gießen betroffen sein, teilte Plathner auf Anfrage dieser Zeitung über sein Pressebüro mit. "Die Gespräche darüber mit dem Betriebsrat laufen, Verhandlungen sind aber noch nicht aufgenommen worden." Von daher sei aktuell noch nicht abzusehen, in welcher Größenordnung dieser Abbau erfolgen werde. "Nicht zuletzt die Covid-19-Krise und der damit verbundene erhebliche Umsatzrückgang hat uns gezwungen, auf der Kostenseite Einsparungen vorzunehmen", erklärt Plathner. Erfreulich sei immerhin, dass sowohl Kunden als auch Lieferanten dem Unternehmen in der schwierigen Situation treu geblieben sind, so Plathner.

Die Mitarbeiter seien über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert, ebenso Betriebsrat und Gewerkschaft. Mit Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens übernimmt Veritas/Poppe nun wieder die Löhne und Gehälter, die seit April durch die Agentur für Arbeit per Insolvenzgeldvorfinanzierung gezahlt wurden.

Veritas beschäftigt weltweit 4400 Mitarbeiter und verfügt über elf eigenständige Werke.

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