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Stationen Hein Heckroths

  • vonDagmar Klein
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Das Oberhessische Museum richtet eine Kabinett-Ausstellung zum 50. Todestag von Hein Heckroth ein. Die wird nach dem November-Lockdown bis in den Januar hinein im Alten Schloss zu sehen sein - während der Museumsschließung nur online.

Neben der Heckroth-Straße und dem Heckroth-Kopf im Theaterpark, erinnert seit vergangenem Herbst auch ein Grabgedenkstein auf dem Alten Friedhof an den bedeutenden Sohn der Stadt. Aktuell lädt eine Kabinettausstellung im Alten Schloss dazu ein, Leben und Werk von Hein Heckroth kennenzulernen.

Vieles musste in diesem Jahr wegen der Pandemie verschoben werden, auch der Workshop zum 50. Todestag des bedeutenden Gießeners Hein Heckroth (1901-1970), den die Hein-Heckroth-Gesellschaft Gießen mit der Universität Anfang Juli geplant hatte. Ebenso auf 2021 verschoben wurde die Ausstellung mit Fotografien von Heckroths Bühnenräumen im Theater Frankfurt, wie der Vorsitzende Dr. Markus Kiefer mitteilte. Tröstlich ist, dass 2021 mit dem 120. Geburtstag am 14. April ein weiteres Jubiläum zu würdigen sein wird.

Das Team des Oberhessischen Museums ist unverdrossen am Ball geblieben und hat eine Kabinett-Ausstellung zu Hein Heckroth im Alten Schloss erarbeitet, in Kooperation mit der Heckroth-Gesellschaft. Für Interessierte zugänglich ist sie zunächst nur digital auf der Museumshomepage. Zu diesem Zweck wurden die Eröffnungsreden von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Museumsleiterin Katharina Weick-Joch und Ausstellungskuratorin Linn Mertgen aufgezeichnet. Der Film soll nächste Woche online gestellt werden. Alle Beteiligten hoffen auf eine Wiedereröffnung der Museen im Dezember, und dass der Heckroth-Vortrag Kiefers dann auch wie geplant am 28. Januar stattfinden kann, kurz vor dem geplanten Ausstellungsende.

Heckroth-Nachlass als Dauerleihgabe

Das Museum erhielt vor einiger Zeit den Heckroth-Nachlass aus Familienbesitz als Dauerleihgabe. Aus diesem Fundus konnte die Ausstellungsmacherin reichlich schöpfen, letztlich aber nur weniges zeigen. Man darf gespannt bleiben auf künftige Präsentationen, die schon angedeutet wurden. Eine Entdeckung Mertgens war die Festschrift zum Jubiläum der Stadt Gießen von 1949, die eine gedruckte Widmung an Heckroth und ein Anschreiben des damaligen Bürgermeisters enthielt. "Die Würdigung Heckroths hat in Gießen also schon zu seinen Lebzeiten begonnen", resümiert Mertgen.

Thematisch aufgeteilt ist die kleine Schau in die drei Bereiche, in denen Heckroth tätig war: Malerei, Bühne und Film. Diese werden auf Wandtafeltexten kurz vorgestellt. Für die ansprechende Optik sorgen Gemälde, Zeichnungen und Fotografien sowie einige Objekte, die sich noch bei Galeristin Dietgard Wosimsky befinden. Dazu gehören zwei Krüge voll mit Pinseln aus Heckroths Atelier und ein Ballettkostüm, das Heckroth Mitte der 60er Jahre für ein Stück der Frankfurter Bühnen entwarf.

Seine Oscar-Trophäe, die er für das Design des Hollywood-Ballett-Films "The Red Shoes" 1949 erhielt, ist leider nicht zu sehen, da in Privatbesitz. Aber vielleicht erinnern sich Kunstfans an die erste Heckroth-Ausstellung in der Galerie Wosimsky 1993, damals war er ausgestellt, wie schon zuvor in der Heckroth-Schau im Filmmuseum Frankfurt. Nach ihrer Heckroth-Ausstellung setzte Wosimsky alles daran ihre Idee in die Tat umzusetzen: 2001 erfolgte die Gründung der Hein-Heckroth-Gesellschaft zur Verleihung des Heckroth-Bühnenbildpreises. Die nächste Verleihung findet turnusmäßig 2021 statt.

Dauerausstellung im Schloss erweitert

Erwähnenswert ist auch die Erweiterung der Dauerausstellung im zweiten Stock. Die dort bislang gezeigten Bilder hängen weiter in ihrer Nische und wurden durch weitere Arbeiten aus Museumsbesitz ergänzt. Dort ist jetzt die ganze Bandbreite seines malerischen Schaffens zu erleben: kleine Landschaftsaquarelle aus der frühen Gießener Zeit und die bekannte Ansicht der Ostanlage, Bilder im Stil des Expressionismus bis zur Abstraktion, sowie Skizzen, die eindeutig als Vorstudien für Bühnenbilder zu erkennen sind.

Die Ausstellung ist bis 31. Januar im Stadtlabor-Raum zu sehen, während des Lockdowns erst einmal ab nächster Woche nur virtuell auf giessen.de unter dem Stichwort Oberhessisches Museum.

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