Start zum zweiten Bauabschnitt im Uniklinikum

Gießen (if). Der frühere massive Operationstrakt ist spurlos verschwunden, von der ehemaligen Kinderklinik steht kein Stein mehr auf dem anderen, und auch das Parkhaus unterhalb der Orthopädie existiert nicht mehr: Abrissbirnen und Bagger haben in den letzten Wochen auf dem Gelände des Uniklinikums ganze Arbeit geleistet und für tabula rasa gesorgt.

Gießen (if). Der frühere massive Operationstrakt ist spurlos verschwunden, von der ehemaligen Kinderklinik steht kein Stein mehr auf dem anderen, und auch das Parkhaus unterhalb der Orthopädie existiert nicht mehr: Abrissbirnen und Bagger haben in den letzten Wochen auf dem Gelände des Uniklinikums ganze Arbeit geleistet und für tabula rasa gesorgt. Der Aushub des Baufeldes - siebentausend Lkw-Ladungen - ist abtransportiert, eine imposante Baugrube - zweihundert auf zweihundert Meter - entstanden: Nachdem die neue Kinderklinik als erster Bauabschnitt des privatisierten Uniklinikums bereits vor vier Monaten bezogen werden konnte, werden im zweiten Bauabschnitt mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro für Bau, Ausstattung und Medizintechnik durch die Rhön-Klinikum AG alle somatischen (Erwachsenen)-Kliniken eine neue Heimstatt bekommen. In einem umbauten Raum von 480 000 Kubikmetern, so Gerald Meder, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, werden auf einer Nutzfläche von rund 42 000 Quadratmetern mehr als 500 (stationäre) und rund 100 (tagesklinische) Betten entstehen. Zugleich werden Intensiv- und Intermediate-Care Strukturen optimiert.

Bei der gestrigen Grundsteinlegung zogen in ihren Grußworten vor zahlreichen Gästen sowohl der Präsident der Justus-Liebig-Universität, Professor Stefan Hormuth, als auch Medizin-Dekan Professor Wolfgang Weidner und Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann vor dem Start in den zweiten Bauabschnitt eine positive Zwischenbilanz, wobei die konstruktive Arbeit der Rhön-Klinikum AG mehrfache hohe Anerkennung erfuhr. Während in gewissen politischen Kreisen in jüngster Zeit Gedanken eines "Rückkaufs" des Klinikums durch das Land Hessen aufgekommen waren, sprach der Universitätspräsident von einem "unumkehrbaren Schritt". Anders hätte es wohl keinen so schnellen Fortschritt gegeben. Die Grundsteinlegung markiere eine weitere Etappe auf dem Weg zur Verbesserung der Infrastruktur der Universitätsmedizin in Gießen.

Prof. Weidner betonte, der Fachbereich Medizin fühle sich ermutigt; die optimierten Rahmenbedingungen bedeuteten eine deutliche Qualitätsverbessserung. Die jetzige Entwicklung sei mit der Durchtrennung des "Gordischen Knotens" zu vergleichen: Der zwanzig Jahre lang verhinderte Traum der Leistungsträger, in einem Neubau zu arbeiten, werde realisiert. Der UKGM - der Uniklinik Gießen-Marburg - sei zu danken, dass sie so zeitnah und kostenintensiv ihren Verpflichtungen nachkomme.

Man sei überzeugt, dass auch die Landesregierung hinsichtlich der noch erforderlichen Flächen für Forschung und Lehre ihre Verpflichtungen erfüllen werde.

Oberbürgermeister Haumann ging auf die wirtschaftliche Bedeutung des Großbauvorhabens Uniklinikum für die Stadt Gießen und die Region Mittelhessen ein. Unkenrufe hinsichtlich der Probleme von Neuberufungen hätten sich nicht erfüllt, Was bisher geschaffen worden sei, beweise die Richtigkeit der getroffenen Entscheidungen.

Der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG, Wolfgang Pföhler, unterstrich die Bedeutung der Klinikserneuerung. "Als verlässlicher privater Kliniksbetreiber leisteten wir mit Investitionen von weit über 100 Millionen Euro in den vergangenen zwei Jahren bereits unseren Beitrag, um das Universitätsklinikum Gießen/Marburg zu einem Leuchtturm der Medizin zu entwicken." Dabei komme man durch die Zusammenarbeit zwischen exzellenter Wissenschaft und hervorragender Krankenversorgung dem Ziel näher, hohe medizinische Qualität für jedermann zugänglich und bezahlbar zu machen.

"Wer darüber nachdenkt, dies alles rückgängig zu machen, steht nicht auf dem Boden der Realität", lautete das abschließende Resümee von Staatssekretär Gerd Krämer aus dem Hessischen Sozialministerium. Sei doch inzwischen bewiesen, dass privatwirtschaftlich über die Sicherstellung der medizinischen Versorgung zugleich auch Belange der Forschung berücksichtigt werden können. In diesem Sinne werden auch die Landesregierung zu ihrer Verantwortung stehen.

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