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Verkehrsdezernent Peter Neidel (v. l.), Schirmherrin OB Dietlind Grabe-Bolz, "Radelstar" Alice Henke-Saipt und Organisatorin Katja Bürckstümmer freuen sich aufs Stadtradeln. FOTO: MÖ

Start mit "gemeinsamer Einzelradtour"

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Gießen(mö). Es klang ein bisschen nach Geisterspiel, als die städtische Radverkehrsbeauftragte Katja Bürckstümmer am Dienstag die Auftaktaktion des diesjährigen Stadtradelns vorstellte. Am Samstag sollen die Teilnehmer gegen 11.30 Uhr zu einer "gemeinsamen Einzelradtour" aufbrechen, wünscht sich die Organisatorin.

Wegen der Corona-Pandemie hat die Stadt in diesem Jahr auf die übliche Startaktion in der Fußgängerzone verzichtet. Trotz der widrigen Rahmenbedingungen hatten sich bis wenige Tage vor dem Start schon über 900 Radler registriert, bislang 110 Teams sind angemeldet worden, darunter auch wieder eine Mannschaft der Gießener Allgemeinen mit derzeit 23 Teilnehmern.

Für Gießen gilt es, zwischen dem 16. Mai und 5. Juni den dritten Platz aus dem Vorjahr in der Wertung der Städte zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern zu verteidigen. Fast 2000 Teilnehmer hatten 2019 teilgenommen, in den drei Wochen 307 000 Kilometer zurückgelegt und damit nicht nur etwas für ihre Gesundheit, sondern auch für das Klima getan. Beim Pressetermin verwies OB und Schirmherrin Dietlind Grabe-Bolz auch auf den in der Stadt wesentlichen Platzaspekt. "Ein Auto benötigt 20-mal mehr Fläche als ein Fahrrad." Viele entdeckten gerade jetzt während der Corona-Pandemie das Fahrrad neu; da biete das Stadtradeln eine gute Gelegenheit, für das umweltfreundliche Verkehrsmittel zusätzlich zu werben, sagte Grabe-Bolz.

Zu denen, die das Zweirad noch nicht lange für sich wiederentdeckt haben, gehört auch der diesjährige "Radelstar" Dr. Alice Henke-Saipt. Sie arbeitet in der IT-Abteilung der Stadtverwaltung und pendelt jeden Tag mit ihrem E-Bike 12,5 Kilometer vom Wohnort Fellingshausen an den Berliner Platz. "Ich bin zuvor 30 Jahre lang kein Fahrrad mehr gefahren", erzählte der "Radelstar", der gerade jetzt wegen der Virusverbreitung nicht in den Bus steigt, auch nicht bei Schmuddelwetter. "Kein Problem. Ich bin nicht wasserscheu", sagte die Biebertalerin, die jetzt drei Wochen lang kein Auto nutzen darf.

Bürgermeister und Verkehrsdezernent Peter Neidel schätzt das Stadtradeln auch als Marketinginstrument, gerade jetzt, wenn der Schulbetrieb wieder Fahrt aufnimmt, aber viele Kinder und Jugendliche nicht in den Bus steigen. "Das ist eine gute Gelegenheit, den Schulweg mit dem Rad zurückzulegen", erklärte Neidel mit Blick auf das zu erwartende höhere Elterntaxi-Aufkommen. Um dem Stadtradeln auch radverkehrspolitisch den richtigen Rahmen zu geben, soll gegen Ende der drei Wochen der noch fehlende Radfahrstreifen stadteinwärts auf der Frankfurter Straße markiert sein, auch die Ausweisung der ersten Fahrradstraßen rund um die Goethestraße nähert sich dann dem Ende.

Damit die Stadt vom Stadtradeln auch planerisch profitieren kann, legt Radverkehrsbeauftragte Bürckstümmer den Teilnehmern die Nutzung der Stadtradel-App ans Herz. Sie könne wertvolle Informationen über die Fahrradnutzung in Gießen liefern. Die Abschlussveranstaltung findet im Herbst statt.

Registrieren beim Stadtradeln kann man sich auch noch in den Tagen nach dem Start: www.stadtradeln.de/giessen

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