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Auf dem ehemaligen Aafes-Geländes soll ein 90.000 Quadratmeter großer Neubau entstehen.

Logistikzentrum

Standort, Arbeitsplätze, Verkehr: Onlinehändler Otto plant 300-Millionen-Logistikzentrum in Gießen

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Große Neuigkeiten für Gießen: Der Onlinehändler Otto plant einen Standort für Paketlogistiksortimente mit den Schwerpunkten Mode und Lifestyle in der Stadt.

Bis Ende März 2017 verschickte die US Army von diesem Standort aus Zivilgüter in die ganze Welt, ab 2022 will der Onlinehändler Otto vom ehemaligen Gelände des Army+Airforce Exchange Services (AAFES) im Ursulum Mode- und Lifestyle-Artikel versenden. Das Hamburger Unternehmen will sein Logistiknetzwerk ausbauen und plant in Gießen einen weiteren Standort für Paketlogistiksortimente. Ein rund 90 000 Quadratmeter großer Neubau soll ab 2020 auf einem Teil des AAFES-Geländes errichtet werden. Momentan hat dort bereits der Abriss der alten Lagerhallen der Amerikaner begonnen. Otto investiert in das Gießener Distributionszentrum 300 Millionen Euro.

Onlinehändler Otto in Gießen: So reagiert Revikon-Chef Beitlich

Für Daniel Beitlich, Geschäftsführer der Revikon GmbH, die sowohl das ehemalige US-Depot als auch das AAFES-Gelände entwickelt, ist die Ansiedlung von Otto natürlich ein wichtiger Baustein bei der Revitalisierung des Gesamtareals mit über 110 Hektar. "Otto ist eine Traditionsmarke, die zu den führenden deutschen eCommerce-Anbietern gehört. Das Unternehmen steht für nachhaltiges Wachstum und ist bekannt dafür, auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, eines der spannendsten Logistikprojekte Deutschlands für Gießen gewonnen zu haben. Hier entstehen in den kommenden Jahren hunderte von Jobs in einem arbeitsplatzintensiven Logistikbereich", sagt Beitlich. Er weist aber auch darauf hin, dass der Vertrag noch nicht endgültig unterschrieben ist. "Es sind noch Kleinigkeiten zu klären. Wir stehen in intensiven Gesprächen und hoffen, den Vertrag in den nächsten Wochen zum Abschluss zu bringen."

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Onlinehändler Otto in Gießen: 1300 Mitarbeiter sollen Arbeit finden

Nach Fertigstellung sollen in dem hochmodernen Logistikzentrum bis zu 1300 Mitarbeiter Beschäftigung finden. "Otto wächst und entwickelt sich zur Plattform, die immer mehr neue Marken und Partner auf otto.de anbindet. Entsprechend bauen wir unsere logistische Kapazität konzentriert aus", erklärt Katy Roewer, die als Bereichsvorstand Service die Logistik bei Otto verantwortet. Bisher betreibt das Unternehmen in Haldensleben, Löhne, Ohrdruf sowie ab 2020 auch in Ansbach Standorte, in denen Warensendungen zusammengestellt werden.

Onlinehändler Otto in Gießen: Verkehrsanbindungen über Autobahnen

Für das Unternehmen ist Gießen aus geografischer Sicht ein idealer Logistikstandort (Lesen Sie auch: Stadt Gießen lehnte riesiges Rewe-Logistikzentrum ab), um online bestellte Waren binnen 24 Stunden beim Kunden zuzustellen. Dies gelinge auch durch die gute Verkehrsanbindung, beispielsweise die nahe gelegenen Autobahnen. Über diese sollen ab dem Jahr 2022 Lkw täglich Paketsendungen direkt zu den regionalen Verteilzentren in ganz Deutschland transportieren, aus denen heraus die Haustürzustellung organisiert wird. Die Verkehrsanbindung vor Ort muss dazu nicht neu geregelt werden. Die frühere AAFES-Zufahrt in der Nähe der Ringabfahrt Ursulum soll auch vom neuen Betreiber genutzt werden.

Onlinehändler Otto in Gießen: Paketversand ab 2022

Um zukunftsorientiert planen zu können, will Otto rund 34 von den insgesamt 44 Hektar Grundstücksfläche von Revikon erwerben. Diese hatte das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft, nachdem die US Army ihr Vertriebszentrum geschlossen hatte. Bis 2022 soll nun das Logistikzentrum entstehen. Auch an eine mögliche Ausbaustufe um zusätzlich bis zu 70 000 Quadratmeter ist bereits gedacht.

Onlinehändler Otto in Gießen: So reagiert Bürgermeister Neidel

Mit dieser Entwicklung erfüllt sich die Hoffnung von Stadt und Investor, die durch den Umzug der AAFES Logistik verlorenen Arbeitsplätze mehr als nur zu ersetzen. Erfreut darüber zeigt sich auch Bürgermeister und Planungsdezernent Peter Neidel. "Nach enger und intensiver Abstimmung mit dem Investor können wir nun einen dritten und letzten Teilbebauungsplan für das AAFES-Gelände auf den Weg bringen. Wir freuen uns, dass die Vermarktung so schnell erfolgen konnte und mit dem Logistikzentrum eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze entstehen werden. Die Dimension dieser Ansiedlung ist für Gießen von überragender Bedeutung", sagt Neidel.

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