Das Standesamt in der Villa Leutert wird digital. FOTO: JRI
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Das Standesamt in der Villa Leutert wird digital. FOTO: JRI

Standesamt führt E-Payment ein

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Gießen(pm). Ab sofort ist es beim Standesamt der Stadt Gießen möglich, Geburts-, Sterbe- und Eheurkunden online zu bestellen und auch online zu bezahlen. Auf diesen verbesserten Bürgerservice weist Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hin. Unterstützt wird dies durch elektronische Verfahren des Rechenzentrums ekom21. Künftig kann durch die Auswahl der Bezahlart bei der Urkundenbestellung schon bei der Online-Antragstellung unter www.giessen.de entschieden werden, ob durch Paypal, Kreditkarten, giropay oder paydirekt bezahlt werden soll. Das neue E-Payment soll als zusätzlicher Zahlweg der Stadt neben den herkömmlichen Wegen Barzahlung, Überweisung, Lastschrift insgesamt angeboten werden - vor allem auch, um Prozesse zu beschleunigen.

6000 Urkunden- abschriften pro Jahr

Urkunden, die direkt online bezahlt werden, können zum Beispiel schneller verschickt werden, wenn man online bezahlt. Rund 6000 Urkundenabschriften werden jedes Jahr beim Standesamt bestellt und in alle Welt versandt.

E-Payment, das elektronische Bezahlverfahren, war zuvor als Testphase bereits im städtischen Mahnwesen zum Einsatz gekommen und sei dort gut angenommen worden, berichtet Grabe-Bolz. Die größte Zahl an Mahnungen entstehen im Bereich der Grundbesitzabgaben - Grundsteuer, Straßenreinigung, Müllgebühren, Oberflächenentwässerung sowie für Gewerbesteuer, Hundesteuer, Zweitwohnungsteuer. Um auf das neue Angebot aufmerksam zu machen, wurden alle Mahnungen der Stadt Gießen mit einem QR-Code mit kurzer Erläuterung versandt.

Die gesammelten Erfahrungen mit der Nutzung von E-Payment während des Testlaufs haben die Erwartungen übertroffen: Von 11 700 Mahnungen im Jahr 2019 wurden 360 Zahlungen mittels E-Payment vorgenommen. Dies entspricht einer Nutzungsquote von drei Prozent aller Fälle. Dieser Wert konnte erzielt werden, ohne dass das Verfahren gesondert beworben wurde.

"Der Einsatz lohnt sich. Wir gehen davon aus, dass in Bereichen, die eine Dienstleistung für den Kunden ermöglichen, und in Bereichen, in denen kleine Rechnungen zu zahlen sind, mittelfristig auch noch eine höhere Nutzungsquote erreicht werden wird. Wir werden damit eine weitere Verbesserung im Bürgerservice bekommen", erklärt die Oberbürgermeisterin.

Ausweitung geplant

Der Einsatz im Standesamt sei nun dafür prädestiniert. In diesem Jahr werde aber auch die Ausweitung des Angebots angestrebt: Bei ausgewählten Steuer- und Gebührenbescheiden sowie Verkehrsordnungswidrigkeiten soll ebenfalls E-Payment zum Einsatz kommen, kündigte die Rathauschefin an.

Die Stadt Gießen hat bereits Verträge mit PayPal sowie mit der Plattform GiroSolution GmbH abgeschossen. Über die GiroSolution GmbH werden die Payment-Provider paydirekt, giropay, BSPayone sowie GiroCheckout erschlossen.

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