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Gundula Breyer (l.) und GAZ-Redakteurin Christine Steines.

»Städtische Rikschas wären ein Gewinn für alle«

  • Christine Steines
    VonChristine Steines
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Bänke haben in der Pandemie eine neue Bedeutung bekommen - dort konnte man auch im Lockdown verweilen und (mit Abstand) interessante Schwätzchen halten. Wir behalten das bei und kommen in den Sommerferien mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Heutige »Kandidatin« ist Gundula Breyer (60).

Sagen Sie mal, Frau Breyer, was geht Ihnen in der Stadt derzeit besonders auf die Nerven? Viele Menschen sind geimpft, aber die Pandemie ist nicht vorbei. »Das wissen eigentlich alle, aber trotzdem halten sie sich nicht an Abstände und tragen Masken nicht mehr oder zu nachlässig«, sagt Gundula Breyer. Das stört sie in Supermärkten und bei den seltenen Abstechern in den Seltersweg. Die Sozialarbeiterin ist in der Seniorenarbeit des Caritasverbandes tätig und hat in ihrem Alltag erlebt, welche schrecklichen Folgen Covid haben kann - sowohl die Infektion selbst als auch die zeitweise notwendige Abschottung. »Die Einsamkeit hat vielen alten Menschen schwer zu schaffen gemacht«.

Und was finden Sie gerade besonders schön in Ihrer Heimatstadt? Keine Frage, die Blumeninseln. Sie erfreue sich immer an den farbenfrohen Mittelstreifen, Rabatten und Beeten, schildert sie. Sowohl die Blumen aus den Saatmischungen als auch die gekonnt »durchkomponierten« Beete mit einjährigen Blumen und mehrjährigen Stauden gefallen ihr sehr gut. »Das ist ein echter Blickfang, den ich immer wieder toll finde«, sagt Gundula Breyer.

Wen wollten Sie schon immer mal loben? Auch das ist eine klare Sache. Ein dickes Lob gilt den vielen Ehrenamtlichen, die in der Pandemie spontan ihre Hilfe angeboten haben. Kinder haben den Senioren Mutmachbriefe geschrieben, es hat sich eine ganze Truppe zusammen gefunden, die für die Senioren einkauft, andere begleiten sie zum Arzt, es ab Ständchen und Konzerte auf dem Hof, als keine Besuche möglich waren. Breyer: »Das hat mich beeindruckt und berührt«.

Was würden Sie als erstes in Angriff nehmen, wenn Sie Bürgermeisterin wären? Die Sozialarbeiterin lacht, denn sie hat sofort eine Idee. Ihre erste Amtshandlung wäre die Anschaffung von Fahrrad-Rikschas. Das sei nicht nur für ältere Menschen ideal, sondern für alle, die nicht (mehr) mobil seien. Das Projekt »Radeln ohne Alter« habe soeben gezeigt, welche Bereicherung solche Touren für alle Beteiligten sein könnten. »Das ist absolut ausbaufähig und würde unserer Stadt gut zu Gesicht stehen«. (cg)

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