Das Stadttheater, hier ungewohnt illuminiert, wird nicht vor Ostern öffnen.	FOTO: PM
+
Das Stadttheater, hier ungewohnt illuminiert, wird nicht vor Ostern öffnen. FOTO: PM

Vorhang bleibt zu

Gießen: Stadttheater aufgrund der Corona-Pandemie bis Ostern geschlossen

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
    schließen

Am Stadttheater wird es aufgrund der Corona-Pandemie bis mindestens Anfang April keine Vorstellungen mehr geben. Seit November bleibt auf der Bühne der Vorhang unten - und vielleicht sogar nach über Ostern hinaus.

  • Das Stadttheater Gießen hat bekannt gegeben, den Spielbetrieb bis Ostern ruhen zu lassen.
  • Dafür haben sich die Gesellschafterinnen mit Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn entschlossen.
  • Der Proben- und Werkstattbetrieb am Stadttheater Gießen ist erst einmal bis Anfang Februar geschlossen.

Gießen (gl). »Gerade die Kultur lebt vom direkten Kontakt zwischen Menschen. Das ist ihre große Qualität, das macht sie aber auch so verwundbar«, sagt Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. Und das stellt die Theater in Pandemie- und Lockdown-Zeiten vor Probleme. Um »eine bessere Planbarkeit zu erreichen«, hat sich das Stadttheater Gießen, ebenso wie die Staatstheater in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden und das Landestheater Marburg, mit dem Ministerium - und im Falle Gießen auch mit den Gesellschafterinnen - darauf verständigt, den Spielbetrieb bis Ostern ruhen zu lassen. Die fünf Bühnen sind bundesweit die ersten, die bekannt gegeben haben, den Vorhang bis zur Karwoche unten zu lassen.

Stadttheater Gießen: Proben- und Werkstattbetrieb bis Anfang Februar geschlossen

»Realistisch gesehen ist das die einzige Möglichkeit«, erläutert Intendantin Cathérine Miville. Alle sechs Intendanten seien schon vor dem Gespräch mit der Ministerin auf ein Datum frühestens Anfang April gekommen. »Wir müssen alle Produktionen erst einmal wieder proben. Das braucht Zeit und hängt an unendlich vielen Stellschrauben.« Das Haus von Null auf Hundert hochzufahren, sobald der Lockdown vorbei sei, sei nicht möglich. Alles müsse stufenweise geschehen, nachdem das Stadttheater schon seit November keine Vorstellungen mehr habe spielen können. Am Stadttheater wurde aber erst am 16. Dezember der Betrieb komplett heruntergefahren - da noch mit der Hoffnung, ab 10. Januar wieder loszulegen zu können.

Nun sollen Proben- und Werkstattbetrieb grundsätzlich bis mindestens Anfang Februar ruhen. Ausnahmen sollen im Ermessen der Intendanz unter Einhaltung verbindlicher Hygieneregeln etwa für Produktionen, die digital sichtbar werden sollen oder für den Abschluss von Neuproduktionen, möglich sein.

Stadttheater Gießen: Saison nach Plan nicht mehr möglich

Neben der Vorbereitung für einen Neustart an Ostern wollen die Theater flexible Formate bereithalten, um kurzfristig einen eingeschränkten Spielplan ermöglichen zu können, sollte die Pandemie-Lage dies zulassen. Doch auch das ist bislang Spekulation. »Kleinere Produktionen wären vielleicht möglich«, meint Miville und hofft auf die dann wieder wärmer werdenden Tage, an denen auch Veranstaltungen im Stadtraum denkbar wären, und hohe Impfquoten.

Zu Beginn des Lockdowns hatte es aus dem Stadttheater geheißen, dass schon mit der Dezemberschließung keine auch nur halbwegs den Plänen entsprechende Saison mehr zu realisieren sei. Dies hätte sowohl künstlerisch wie wirtschaftlich gravierende Folgen von nicht abschätzbarer Auswirkung. »Das gilt für die gesamte Kultur. Das heißt nicht, dass wir rechnerisch schon jetzt konkret bedroht sind«, betont Miville. »Aber irgendwann wird in künftigen Haushaltsplänen Kassensturz gemacht.«

Kunstministerin Dorn und die Intendanten wollen sich Ende Januar zum weiteren Vorgehen verständigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare