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»Am Alten Flughafen« plant die Evangelische Stadtmission ihr neues Gemeindezentrum.

Neues Gemeindezentrum

Stadtmission baut im Gießener US-Depot: Umzug nach 120 Jahren in der Löberstraße

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Die Evangelische Stadtmission vergrößert sich. Nach 120 Jahren in der Löberstraße wird sich die Gemeinde zukünftig auf einem der letzten freien Grundstücke im früheren US-Depot ansiedeln. Die Pläne für das neue Gemeindezentrum sind spektakulär. Finanziert wird es durch Spenden und einen Flächentausch.

Gießen – „Es ist das größte Bauprojekt in der Geschichte unserer Gemeinde“, schreibt die Evangelische Stadtmission Gießen auf der eigens dafür entworfenen Internetseite www.stami- projekt.de über den geplanten Neubau im ehemaligen US-Depot. Dorthin wird die Mission nach 120 Jahren in der Löberstraße umziehen. Die Pläne der renommierten Frankfurter Architektin Anna Philipp sehen einen sehr modernen, offenen und durchaus spektakulären Kirchenneubau vor, in dessen markanten 13 Meter hohen Turm ein von der Rödgener Straße aus sichtbares Kreuz hängen wird. Standort der Kirche wird eines der letzten freien Baufelder auf dem Areal zwischen der früheren Haupteinfahrt zum US-Depot und der Rudolf-Diesel-Straße, direkt an der Rödgener Straße.

»Der Wunsch nach einer Vergrößerung ist in den vergangenen Jahren immer konkreter geworden«, sagt Johannes Dietrich, Jugendpastor der Gemeinde. Besonders die gut angenommene Arbeit mit Kindern ließe das alte Gebäude an der Wieseck an seine Grenzen stoßen, ergänzt Claudia Otto, die den vierköpfigen Bauausschuss der Gemeinde leitet. Umbau und Sanierungen würden die Raumnot kaum beseitigen.

Stadtmission Gießen: Umzug in junges, dynamisches Viertel

So war bereits vor rund vier Jahren der Entschluss gefasst worden, dass die Stadtmission irgendwann auf das Gelände »Am Alten Flughafen« ziehen werde. Das bestätigt auch Daniel Beitlich, Geschäftsführer der Revikon GmbH und damit Besitzer des Baugrundstücks. Seitdem sammelt die Stadtmission bereits Spenden für den Bau. Nun ist die damalige Vereinbarung in einen Vertrag zwischen Revikon und dem Chrischona Gemeinschaftswerk, zu dem die Evangelische Stadtmission gehört, übergegangen. Teil des Deals ist, dass Revikon im Gegenzug die Liegenschaft in der Löberstraße erhält. Laut Beitlich sollen dort in Zukunft Wohnungen und Büros entstehen.

Dies wird allerdings noch eine Weile dauern. »Noch sind wir mitten in der Planung«, sagt Pastor Dietrich. Der Bauantrag werde voraussichtlich im Juni gestellt, fährt Otto fort. »Es wäre schön, wenn wir gegen Ende des Jahres beginnen können.« Aber wegen der Corona-Pandemie wisse man ja nie.

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Stadtmission Gießen will sich im US-Depot als „Kirche neu kennenlernen“

Die Stadtmission - die ihren Namen wegen der dann neuen Lage abseits des Stadtzentrums überdenkt - zieht in ein dynamisches und von Familien geprägtes Viertel. »Die Ecke hat viel Potenzial, und ich bin bereits immer mal vor Ort, um Familien kennenzulernen«, erzählt der Jugendpastor und betont: »Wir wollen sie nicht nur in ein neues Gebäude einladen, sondern schauen, wie wir das gesamte Viertel bereichern können.«

»Projekt Kirche« haben sie deshalb das Vorhaben auch genannt. Weil sie als traditionelle Kirche »den Aufbruch in ein neues Stadtviertel wagen«, wie das Team auf der Internetseite schreibt. Dort seien sie wie viele andere neu und wollen Nachbarn wie auch »sich selbst als Kirche neu kennenlernen«.

»Natürlich freuen wir uns über die tollen Nachbarn und über so viel mutiges Engagement«, betont Pastor Johannes Lohscheidt von der Wicherngemeinde. Gespräche über mögliche Zusammenarbeit habe es schon gegeben.

Bau im Gießener US-Depot komplett durch Spenden finanziert

Das neue Gemeindezentrum wird optisch jedenfalls imposant werden. »Das Gebäude wird hell und lichtdurchflutet, samt Blick auf den Park mit dem Krebsbach«, beschreibt Planerin Otto. Im Erdgeschoss werde es eine große »Welcome-Area« für Kinder geben, darüber hinaus Gruppenräume für Kinder und ältere Jugendliche. Gedacht wurde auch an eine Gemeinschaftsküche, Außenbereiche und Dachterrasse. Im markanten Turm des dreistöckigen Gebäudes wird ein »Raum der Stille« entstehen - für Gebete, Gedanken oder um Sorgen loszuwerden. Zudem wird dort das beleuchtete Kreuz hängen.

Das alles ist Teil des ersten Bauabschnitts, dessen Finanzierung durch Spenden bereits gesichert ist; im zweiten ist u. a. ein Saal für Gottesdienste oder Konzerte angedacht. Ob das umgesetzt wird, hänge vom Spendenaufkommen ab.

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