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Stadtfest Gießen: Gedenkminute statt Fassbieranstich – was die Besucher erwartet

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Von: Marc Schäfer

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Fassanstich 2018 mit der damaligen Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. © Oliver Schepp

Am Freitag startet nach zwei Jahren Pause das Gießener Stadtfest. Die Verantwortlichen wollen dabei auf die Probleme in der Welt und vor Ort aufmerksam machen.

Gießen – Am Wochenende steht in Gießen wieder das Stadtfest an. Von Freitag, 19., bis Sonntag, 21. August, feiern die Gießener und ihre zahlreichen Besucher nach zweijähriger Pandemie-Pause wieder ihre große Innenstadt-Party mit viel Musik, Drachenbootrennen an der Lahn und dem Run’n’Roll for Help, einem Kinderprogramm, reichlich Small Talk und Gesprächen.

Veranstalter Gießen Marketing setzt dabei wie immer auf Altbekanntes, aber es gibt auch die eine oder andere Neuerung. Besonders hervorzuheben: Die Verantwortlichen reagieren in einigen Bereichen auf die Lage in der Welt – und die Sorgen hier vor Ort.

Stadtfest Gießen startet nach zwei Jahren Corona-Pause wieder durch

So wird der traditionelle Fassbieranstich zur Eröffnung des Festes am Freitag auf dem Kirchenplatz ersetzt durch eine Gedenkminute. »Die Ukraine ist in einem Angriffskrieg von Russland überfallen worden. Dessen gedenken wir in einer Schweigeminute und können uns dabei dankbar bewusst machen, wie gut es ist, in Frieden leben und nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause das Stadtfest wieder feiern zu dürfen«, sagt GiMa-Geschäftsführer Frank Hölscheidt.

Doch die GiMa schaut nicht nur auf die Lage in der Ukraine. Das Fest soll auch von einer Spendenaktion für die Gießener Tafel begleitet werden, die in den letzten Monaten immer wieder auf ihre schwierige Situation aufmerksam gemacht hat. Immer mehr Bedürftige treffen auch immer weniger Lebensmittelspenden aus dem Einzelhandel.

»Die Tafeln leisten eine enorm wichtige Arbeit. In Zeiten rasanter Preissteigerungen wächst die Nachfrage. Folglich war es logisch, darüber nachzudenken, wie wir als Gießen Marketing in Kooperation mit den feiernden Menschen einen kleinen Beitrag für die Gießener Tafel leisten können«, sagt Hölscheidt.

Gießen: Stadtfest-Organisatoren wollen mit T-Shirt-Verkauf die Tafel unterstützen

Zum einen soll bei jedem Verkauf des neuen Stadtfest-T-Shirts um eine freiwillige Spende für die Tafel gebeten werden, zum anderen werden alle Besucherinnen und Besucher des Festes aufgerufen, dort wo es möglich ist, das Pfandgeld für Geschirr und Becher der Tafel als Spende zukommen zu lassen. »An vielen Ständen wird dies möglich sein«, betont der GiMa-Geschäftsführer.

Ein weiteres Novum bietet das Stadtfest der Stadt, die in 2035 klimaneutral sein will, in Sachen Nachhaltigkeit. Erstmals wurde ein Nachhaltigkeitswettbewerb ins Leben gerufen. »Wir möchten zeigen, dass bereits mit kleinen Schritten im alltäglichen Handeln der richtige Weg eingeschlagen werden kann, auch bei großen und publikumswirksamen Veranstaltungen«, erklärt Hölscheidt.

Folglich habe man alle Standbetreiber gebeten, Aktivitäten einzureichen, mit denen diese auf dem Weg sind, mit natürlichen Ressourcen schonend umzugehen. »Dies kann die Umstellung auf LED-Beleuchtung sein, der Einkauf regionaler Produkte oder die Reduktion von Plastikmüll. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt«, sagt Hölscheidt. Die besten sollen prämiert und die Gewinner bei der Eröffnung bekannt gegeben werden. (mac)

Der Hamburger Singer/Songwriter Ingo Pohlmann ist am Samstag Headliner auf der Stadtfest-Bühne. Im Interview erzählt er, wie er die Besucher zum Träumen verleiten möchte.

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