Wo im Landkreis Gießen ein Impfzentrum entstehen soll, ist noch offen. 	FOTO: DPA
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Wo im Landkreis Gießen ein Impfzentrum entstehen soll, ist noch offen. FOTO: DPA

Impfzentrum-Pläne

Corona-Pandemie: Stadt will Impfzentrum nach Gießen holen

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Bis 11. Dezember muss der Landkreis Gießen ein Impfzentrum als betriebsbereit melden. Fast 170 000 Dosen Impfstoff gegen das Corona-Virus sollen dort verabreicht werden. Aber wo kommt es hin?

Gießen – Die Stadt Gießen will nach dem Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) an der Rivers-Sporthalle nun auch das geplante Impfzentrum ins Stadtgebiet holen. Das bestätigte Claudia Boje, die Sprecherin der Stadt Gießen auf Anfrage dieser Zeitung. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sei bereits von Landrätin Anita Schneider um Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort gebeten worden . Die OB sei ohnehin der Meinung, dass ein solches Impfzentrum aus mehreren Gründen nach Gießen gehöre, erklärte Boje. Dazu gehörten u.a. die Erreichbarkeit, insbesondere durch gute Verkehrsanbindung, die Nähe zu Arbeitsplätzen und zur medizinischen Infrastruktur. Noch könne man aber keinen Standort nennen.

Corona-Impfzentrum in Gießen: Prüfung für möglichen Standort läuft

Der Landkreis wurde ebenso wie die anderen Landkreise vom Land beauftragt, vor Ort ein Impfzentrum aufzubauen. »Die Betriebsbereitschaft eines solchen Zentrums ist bis zum 11. Dezember herzustellen«, gab Dirk Wingender, Sprecher des Landkreises bekannt. »Da die Zulassung eines Impfstoffs erst noch erwartet wird und der genaue Zeitpunkt des Anlaufens von Impfungen nicht feststeht, wird das Land gesondert die Aktivierung der Impfzentren anweisen«, sagt Wingender. Über die Abfolge der zu impfenden Gruppen entscheide dann die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut.

Der Verwaltungsstab des Landkreises prüft nun, wo ein Impfzentrum eingerichtet werden kann. Zusätzlich werde eruiert, in welcher Form mobile Teams Impfungen für zum Beispiel pflegebedürftige Personen ermöglicht werden können. »Um die Logistik vor Ort bereitzustellen, wird sich der Landkreis mit den Katastrophenschutzeinheiten und der Ärzteschaft vor Ort abstimmen«, erklärte Wingender. Sobald Details zum weiteren Vorgehen und dem Standort feststehen, werde informiert.

Gießen sucht Unterstützung beim Impfungen bei pensionierten Ärzten

Unterdessen appelliert der Landkreis an niedergelassene und pensionierte Ärzte sowie medizinisches Hilfspersonal, beim Betrieb des geplanten Impfzentrums zu unterstützen. Interessierte können sich unter der Mailadresse verwaltung-gesundheitsamt@lkgi.de melden. »Wir setzen auf die Hilfsbereitschaft der Ärzte und medizinischen Fachkräfte«, sagte Landrätin Schneider. »Jetzt zählt die Unterstützung jedes einzelnen, um die nächste große Herausforderung zu meistern, damit wir schnellstmöglich zu einer gewohnten Normalität zurückzukehren.«

Das Impfzentrum soll täglich von 7 bis 22 Uhr in Betrieb sein. Der Einsatz ist für mehrere Monate geplant. Bei der vom Land angenommenen Impfrate von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung, bedeutet dies für den Landkreis, die Impfung für mindestens rund 167500 Menschen zu organisieren, rund 1350 Personen pro Tag. (mac)

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