Stadt kauft Bund amerikanische Grundschule ab

Gießen (mö/pd). Die Stadt will von der Bundesrepublik Deutschland die amerikanische Grundschule an der Grünberger Straße kaufen. Wie die AZ erfuhr, fasste der Magistrat am Montag einen entsprechenden Beschluss.

Gießen (mö/pd). Die Stadt will von der Bundesrepublik Deutschland die amerikanische Grundschule an der Grünberger Straße kaufen. Wie die AZ erfuhr, fasste der Magistrat am Montag einen entsprechenden Beschluss. Demnach soll die frühere "Elementary School" für 2,6 Millionen Euro ins Eigentum des Schulträgers übergehen. Die parlamentarischen Gremien müssen den Ankauf aber erst noch genehmigen. Genutzt werden soll die Schule von der Helmut-von-Bracken-Schule, die ihre Schüler derzeit an drei Standorten unterbringen muss.

Die zügige Einigung zwischen Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat offenbar mit dem Drängen der Stadt zu tun, die aufgrund jetzt noch besserer Konditionen unbedingt vor Jahresende mit dem Bund zu einem Abschluss kommen wollte. Der Kaufpreis gilt als günstig. Die Bima selbst hatte erklärt, dass für sie bei der Vermarktung der Schulen sowie der Miller-Hall und der Sportanlagen die Stadt Gießen erster Ansprechpartner ist. Vom guten Zustand der Gebäude, zu denen ein großzügiges Freigelände mit Spielgeräten gehört, hatten sich im Sommer Vertreter der Stadtverordnetenversammlung bei einer Begehung überzeugen können.

Mit "großer Freude" reagierten gestern Schulleitung und Kollegium der Helmut-von-Bracken-Schule auf die gute Nachricht. "Dieser Umzug ist für uns alle ein echtes Bedürfnis", rief Rektorin Sabine Wießner-Müller im AZ-Gespräch noch einmal die wenig befriedigende Raumsituation der Förderschule in Erinnerung. Schuldezernent Dr. Volker Kölb hatte der Bracken-Schule bereits in der Sitzung des parlamentarischen Schulausschusses im Juni den ersten Zugriff auf die amerikanische Grundschule zugesichert. Wießner-Müller zeigte sich gestern froh darüber, "dass die Politik unsere sonderpädagogische Arbeit unterstützt". Aufgrund der Gebäudeproblematik sei die Helmut-von-Bracken-Schule in den vergangenen Jahren an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt, so die Rektorin. Klassenräume fehlten, Funktionsräume standen nicht zur Verfügung, zum Teil mussten Container genutzt werden. Neben dem Hauptstandort am Schulzentrum Ost sind derzeit drei Klassen an der Helmut-von-Bracken-Schule sowie eine Vorklasse an der Goetheschule untergebracht. Insgesamt besuchen rund 270 Schülerinnen und Schüler die verbundene Förderschule mit den Schulformen Sprachheilschule, Schule für Erziehungshilfe und Schule für Kranke. Die HvB ist außerdem sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum.

Erfreulich sei die Nachricht vom bevorstehenden Umzug auch vor dem Hintergrund des 50-jährigen Bestehens der Schule im kommenden Jahr. Die Rektorin hofft, "dass wir zu Beginn des Schuljahres 2009/10 schon in der neuen Schule unterrichten können". Die sehr gut erhaltene amerikanische Grundschule mit ihrem großzügigen Außengelände biete hervorragende räumliche Möglichkeiten, "unsere erfolgreiche Arbeit gerade im sonderpädagogischen Bereich weiterzuführen". Positiv sieht Wießner-Müller auch die Nachbarschaft zur Albert-Schweitzer-Schule, zum Therapiezentrum in der Grünberger Straße sowie zur Sophie-Scholl-Schule, die eine Vertiefung der Kooperation ermögliche.

Neben der Grundschule stehen an der Rödgener Straße die amerikanische Oberschule und an der Grünberger Straße der zur Dulles-Siedlung gehörende Kindergarten seit dem vergangenen Jahr leer.

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