_190807_Kaethe-Kollwitz-S_4c
+
So soll die neue Käthe-Kollwitz-Schule aussehen. ENTWURF: APLUS / VISUALISIERUNG: SCHÜTZ

Bauarbeiten an Grundschule

Stadt informiert Bürger über Umbau an Käthe-Kollwitz-Grundschule

50 Jahre lang passierte bautechnisch an der Käthe-Kollwitz-Grundschule relativ wenig. Nun lässt die Stadt massive Erweiterungsarbeiten an der Schule in Wieseck durchführen.

Im Sommer 2023 soll die erste Phase eines größeren Umbaus abgeschlossen sein, der die drei Gebäude der Käthe-Kollwitz-Grundschule (KKS) im Stadtteil Wieseck betrifft. Stadt und Planer führten auf Wunsch besorgter Anwohner eine Informationsveranstaltung zu diesem Umbau durch. Denn um die KKS herum befinden sich zahlreiche Wohnhäuser und damit auch Menschen, die wissen wollen, wie das Bauprojekt ihr Leben beeinflussen wird. Baulärm, Schmutz und eine diffizile Parksituation werden befürchtet und sind laut Anwohnern teilweise bereits eingetreten.

Bei der Informationsveranstaltung in der Mensa der Grundschule waren neben Bürgern auch Stadträtin Astrid Eibelshäuser, Schulleiter Florian Krauß. Lehrer sowie die Planer des Umbaus, die Firma »Aplus Architektur«, dabei. Dieses Büro hat auch schon das Gießener Kulturrathaus oder das Servicezentrum der Volksbank Mittelhessen geplant. Alexander Krause und André Mönner stellten die Pläne für die Schule vor und standen danach Rede und Antwort.

Eibelshäuser gab einen Überblick über die Gründe der Stadt, die Schule zu modernisieren. Zunächst habe die Schulgemeinde ermittelt, welche »pädagogischen Konzepte der Zukunft« an der Schule umgesetzt werden und welcher Raumbedarf sich daraus ergibt. So habe auch die KKS großen Flächenbedarf. »Immer mehr Kinder sind bis zum Nachmittag in der Schule, daher müssen wir unsere Schulen anpassen«, sagte Eibelshäuser. »Es braucht Platz, damit Kinder sich etwa bewegen und für Ruhephasen zurückziehen können.«

Derzeit findet der Unterricht für etwa 200 Schüler in Container-Klassenräumen auf dem ehemaligen Lehrerparkplatz statt.

In der aktuellen Bauphase werden drei Gebäude - also die Jahrgangscluster E, F und G - der KKS entkernt. Später werden noch Rohbau- und Betoninstandsetzungsarbeiten folgen. Ziel sei es, »sorgsam mit der bestehenden Architektur umzugehen«, also sie zu erweitern und zu modernisieren, statt sie neu zu erfinden. Die derzeit in der Entkernung befindlichen Gebäude sollen später um einen Holzbau erweitert werden.

Umgebaut werden aber auch Mensa und Verwaltungsbereich der Schule sowie sämtliche weiteren Gebäude der Liegenschaft. »Auch die Außenanlagen werden komplett neu gestaltet, also mit neuen Spielflächen und grünen Klassenzimmern«, erläuterte Mönner, was den Vorstellungen der Schule nach einem offenen Bildungskonzept entspräche, also etwa Zugang und Blick ins Grüne. Neben dem Ausblick hatten die Planer aber auch Themen wie »Flächennutzung« und »Lautstärke« im Blick.

Wohnhäuser vom Schullärm getrennt

Gespielt werden soll nur im Innenbereich der Schule, indem deren Gebäude die umliegende Wohnsiedlung vom Schulhoflärm weitgehend abschirmen sollen. »Wir hoffen, dass wir die Lautstärke so im Innenhof halten können und nur wenig nach außen dringt«, erklärte Mönner, was speziell die Anwohner interessierte.

Ärger soll es hingegen schon mit Fahrzeugen von Baufirmen gegeben haben, die den Anwohnern im Weg standen. Der Bauleiter wies aber auch darauf hin, dass die Verantwortung für korrektes Parken bei den jeweiligen Firmen selbst liege. Anwohner sollen sich bei den Ordnungsbehörden melden, wenn es wieder solche Fälle geben sollte. Im Bezug auf Baulärm, etwa weil die Sanierungsarbeiten zur Reaktivierung des alten Betons lautstarke Sandstrahlung erfordert, wies Krause darauf hin, dass diese Arbeiten im Inneren der Gebäude nicht ganz so laut wie außen werden. Die alten Fenster bleiben erhalten und bieten damit etwas Geräuschdämmung.

»Es wird zudem keine Stahlsäge-, keine Beton- und auch keine Erdarbeiten geben«, unterstrich Krause. Er bat aber um Verständnis, dass sich Baulärm, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, nicht komplett vermeiden lässt.

Ehrengast« der Veranstaltung war übrigens Professor Eberhard Rohrer. Er ist der Architekt des Originalbaus der KKS, deren Spatenstich Ende 1966, also vor rund 55 Jahren, durchgeführt wurde. Rohrer verfolgte die Veranstaltung mit Interesse und zeigte sich »erleichtert, »wie seine Pläne weitergeführt werden«.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare