Gerda Weigel-Greilich bringt zusammen mit Gartenamtsleiter Thomas Röhmel (r.) und Friedhöfe-Abteilungsleiter Roland Kauer das Schild am Neuen Friedhof an. 	 FOTO: PM
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Gerda Weigel-Greilich bringt zusammen mit Gartenamtsleiter Thomas Röhmel (r.) und Friedhöfe-Abteilungsleiter Roland Kauer das Schild am Neuen Friedhof an. FOTO: PM

Kulturerbe Friedhof

Stadt Gießen würdigt Friedhofskultur

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Der Alte Friedhof, der Neue Friedhof sowie auch die Friedhöfe in den Gießener Stadtteilen stehen nun im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur:

Gießen (pm). Der Alte Friedhof, der Neue Friedhof sowie auch die Friedhöfe in den Gießener Stadtteilen stehen jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur: Stadträtin Gerda Weigel-Greilich brachte zusammen mit Gartenamtsleiter Thomas Röhmel und Friedhöfe-Abteilungsleiter Roland Kauer stellvertretend für alle Gießener Friedhöfe ein entsprechendes Schild am Haupteingang des Neuen Friedhofs in der Friedhofsallee an, um auf die wichtige Bedeutung der Friedhofskultur für die Stadt aufmerksam zu machen.

Gießen ist damit Teil eines bundesweiten Netzwerks von über 100 Städten, die zum diesjährigen »Tag des Friedhofs« am kommenden Sonntag (20. September) die Friedhofskultur zum immateriellen Kulturerbe ernennen

Bereits im März hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission diese Ernennung zum immateriellen Kulturerbe beschlossen. Allerdings ging die Auszeichnung im Corona-Lockdown unter, »Es sind nicht die Friedhöfe an sich zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden«, erläuterte Stadträtin Weigel-Greilich, »sondern die Friedhofskultur, also all das, was Menschen auf dem Friedhof tun.« Dazu gehöre das Trauern, Erinnern und Würdigen genauso wie das Gestalten, Pflegen und Weiterentwickeln. Darauf wolle man mit der Aktion hinweisen. »Der Friedhof ist vor allem auch ein Ort der Lebenden«, sagte Weigel-Greilich weiter, »der weit über die persönlichen Trauerrituale hinaus eine größere Bedeutung für unsere ganze Gesellschaft hat.« Hervorzuheben sei zum Beispiel die historische Dimension der Denkmäler, aber auch die gestalterische Vielfalt der Grabanlagen. Besonders bedeutsam sei zudem die soziale Funktion: Der Friedhof erweise sich als Treffpunkt für Familien oder Angehörige und wirke auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen, erinnerte die Stadträtin. Nicht zu vergessen auch die Bedeutung der Friedhöfe für den Naturschutz, etwa als Ort der Biodiversität.

Grundvoraussetzung für die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war für die UNESCO »die Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform«. Die Auszeichnung der Gießener Friedhöfe hat das »Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur« initiiert, das sich der Pflege dieses Kulturerbes verschrieben hat.

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