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Die Bushaltestelle "Liebigschule" in der Bismarckstraße gehört zu den nächsten, die mit einem Wartehäuschen ausgestattet werden. Foto: Schepp

Stadtbusverkehr

Stadt Gießen will mehr Haltestellen überdachen

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Mehr überdachte Wartehallen an Haltestellen und mehr Verbindungen am Samstagabend: Bei Stadtbussen wird es zahlreiche Veränderungen geben.

Wann ist welcher Bus wie gut ausgelastet? Das wissen die Stadtwerke seit kurzem genauer denn je - dank automatischer Fahrgastzähler, die in zehn der 74 Stadtbusse installiert wurden. Aufgrund der digital gewonnen Erkenntnisse wird der Stadtbusverkehr an einigen Stellen ausgedünnt, an anderen verstärkt.

Einen Überblick über die Änderungen zum 15. Dezember gaben Anne Müller-Kreutz und Jörg Klein vom Nahverkehr-Service der Stadtwerke Gießen im Fahrgastbeirat. Im Mittelpunkt ihres Vortrags stand das "Haltestellenmanagement" von Stadt und Stadtwerken.

Unter anderem belegte die Zählung, dass die Linien 1, 2 und 5 samstagmorgens häufig fahren, aber kaum genutzt werden - abends dagegen sind weniger Busse häufig voll (die GAZ berichtete ausführlich). Entsprechend wird der 15-Minuten-Takt demnächst auf den Zeitraum 9 bis 19 Uhr verschoben.

Im Sandfeld fällt die Haltestelle "Hedwig-Burgheim-Ring" weg. Am Wochenende ersetzen auf den Linien 3 und 7 nun auch morgens Linientaxis die Busse. Die Linien 1 und 17 erhalten an Werktagen abends neue Abfahrtszeiten, um die Verspätungen durch die knappe Wendezeit in Rödgen zu reduzieren. Die 17 wird wie angekündigt ins Areal am "Alten Flughafen" verlängert und fährt zunächst die neuen Haltestellen "Stolzermorgen" und "Lufthansastraße" an.

Die Stadtwerke-Fachleute erläuterten außerdem Grundsätzliches. An 328 Stellen im Stadtgebiet lassen Busse derzeit Fahrgäste ein- und aussteigen. Diese Punkte (für verschiedene Fahrtrichtungen, an einigen Orten auch an mehreren Bussteigen) verteilen sich auf 175 Haltestellen.

Zu neuen Haltestellen gehören heutzutage neben Haltestellenschild und Fahrplan möglichst auch Wartehalle, Sitzgelegenheit, Mülleimer, ein hoher "Kasseler" Bordstein, ein Tast-Leitsystem für Sehbehinderte sowie bei Bedarf - den gebe es vor allem in der Nähe von Bahnstationen - eine Fahrradabstellanlage.

Der Fahrgastbeirat hat wiederholt besseren Wetterschutz, Komfort und Barrierefreiheit gefordert und im Mai eine Arbeitsgruppe Haltestellen gegründet. Die Nachrüstung ibefinde sich "im Aufbau" und sei nur schrittweise möglich, erklärten nun die Experten. Derzeit seien etwa 130 der 328 Haltepunkte mit Wartehäuschen ausgestattet, 150 mit "Kasseler Bord", 95 mit einem taktilem Leitsystem oder Kopfsteinpflaster.

An der Genehmigung, dem Bau und Veränderungen - kurz, dem "ganzheitliche Management" der Haltestellen - seien viele Akteure beteiligt: Lokale Nahverkehrs-Aufgabenträger, Straßenbaulastträger, Verkehrsunternehmen, Vertreter der Nutzergruppen wie Fahrgastbeirat und Behindertenbeirat, städtische Fachämter wie Straßenverkehrsbehörde oder Tiefbauamt sowie Zuschussgeber für Verkehrsinfrastrukturförderung. Zugrunde liegt die "Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr", kurz "BO Kraft".

Um die Verortung zu erleichtern, erhalten derzeit fünf Haltestellen neue Namen. Aus "Wiesecker Weg" wird "Theodor-Litt-Schule", aus "Schiffenberger Weg" wird "Ulner Dreieck", aus "Aulweg" wird "Sternmark", aus "Aulweg/Wartweg" wird "Arndtstraße", aus "Parkhaus am Bahnhof" wird "Parkhaus Lahnstraße.

Die neuen Fahrpläne sollen Anfang Dezember zur Verfügung stehen. Die Fahrgäste dürften indes hoffen vor allem, dass die Busse langfristig wieder fahren: Der Busfahrer-Streik dauert diese Woche noch an und könnte wiederaufleben, wenn die Schlichtung ab Montag zu keinem Ergebnis führt.

Laut Anne Müller-Kreutz werden folgende Haltestellen "kurzfristig" mit Wartehäuschen ausgestattet:

"Naturwissenschaften" stadteinwärts (Linien 10 und 379)

"Volkshalle" stadtauswärts (1, 17, GI-21)

"Liebigschule" stadtauswärts (Linien 3, 6, 13, 372, 375, 377, 802)

"Lufthansastraße" (neue Haltestelle, Linie 17)

"Stolzenmorgen" stadteinwärts (neu, 17).

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