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Ordnungspolizei auf Streifenfahrt im Stadtpark. FOTO: MÖ

Picknick und Co.

Stadt Gießen veröffentlicht Corona-Verhaltensregeln

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Die Stadt Gießen hat ein FAQ mit Corona-Verhaltensregeln veröffentlicht. Manches Verbot galt schon immer.

Gießen(mö). Vergangenen Sonntag am Lahnuferweg: Ein junges Paar mit kleinem Kind sitzt auf einer Bank, als sich eine Streife der Ordnungspolizei nähert. Da die drei Personen eng zusammensitzen, kontrollieren die städtischen Mitarbeiter anhand der Personalausweise, ob die Kleinfamilie tatsächlich zusammen lebt.

Solche Kontrollen und teilweise widersprüchliche Aussagen von Polizei und Ordnungsbehörden haben bundesweit in den letzten sonnigen Tagen für Diskussionen und einige Verwirrung gesorgt. Was ist in der Corona-Krise an Sozialkontakten überhaupt noch erlaubt und was nicht? Darf ich mich im Park sonnen, darf ich picknicken?, fragen sich viele. Vor den Osterfeiertagen hat die Stadt nun ein FAQ (wichtige Fragen und Antworten) zum Thema Corona unter www.giessen.de veröffentlicht, das ständig aktualisiert wird.

So stellt die Stadt klar, dass man auch, wenn man nur zu zweit unterwegs ist, einen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten soll. Es sei denn, die Personen leben in einem Haushalt zusammen. Dies erklärt auch, warum Wohngemeinschaften von der Zweier- und Abstandsregel befreit sind. In Unistädten wie Gießen, wo zahlreiche Studierende in WGs leben, zeigt sich dann zum Beispiel im Stadtpark Wieseckaue, wo nach wie vor auch Gruppen junger Leute zu viert oder fünft unterwegs sind. Die Ordnungspolizei könne anhand der Einwohnermeldedaten aber überprüfen, ob die Personen tatsächlich unter einem Dach leben und die WG nicht nur vorgeschoben wird, um sich mit Freunden zu treffen, heißt es in einer der Antworten.

Die Stadt nutzt ihr FAQ auch, um Verbote zu betonen, die gemäß der Gefahrenabwehrverordnung schon immer galten. Das betrifft zum Beispiel das Grillen in Parks. "Offene Feuerstellen sowie Einweggrills sind in den Gießener Grünanlagen generell verboten", heißt es.

Treffen von mehr als zwei Personen in der eigenen Wohnung oder dem Garten sind erlaubt, aber der Kontakt sollte "auf das absolut nötige Minimum" reduziert werden. "Es ist nicht die Zeit für Feiern, Partys oder andere Zusammenkünfte", mahnt die Stadt.

Für Sonnenbad und Sport im Freien gilt ebenfalls die Abstands- und Zweierregel. Auf die geschlossenen Anlagen wie Skater- oder Stangenpark oder die Tennisplätze im Stadtpark darf man aber auch nicht allein.

Am Montagabend zum Beispiel erteilte die Ordnungspolizei vier jungen Männern, die auf dem Tennisplatz am Waldbrunnenweg spielten, Platzverweise.

Umzüge, ob privat oder mit Hilfe eines Umzugsunternehmens, sind möglich, wenn die Abstands- und Zweierregel eingehalten wird. Wer mehrere Helfer benötigt, muss sie in Zweierteams einsetzen.

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