Zum denkmalgeschützten Ensemble Grünberg Straße 93 - oben rechts das Haus in der Rückansicht - gehört auch die Mauer, die das Grundstück von der Fröbelstraße abgrenzt. 
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Zum denkmalgeschützten Ensemble Grünberg Straße 93 - oben rechts das Haus in der Rückansicht - gehört auch die Mauer, die das Grundstück von der Fröbelstraße abgrenzt. 

Denkmalschutz

Stadt Gießen verhängt Baustopp - Grund überrascht viele

  • Stephan Sippel
    vonStephan Sippel
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Ein Hausbesitzer in Gießen lässt eine denkmalgeschützte Mauer abreißen. Die Stadt schreitet ein und verhängt einen Baustopp.

Gießen(si). Die Stadt Gießen ist voll von Kulturdenkmälern, bekannten und weniger bekannten. Längst nicht jedes ist auf den ersten Blick als besonders schützenswert zu erkennen. Das gilt auch für eine Mauer in der Grünberger Straße 93, die weit hinten auf dem Grundstück liegt. Von der Straße aus ist sie nicht sichtbar. Den besten Blick darauf haben die Nachbarn in der Fröbelstaße, wenn sie in ihren Garten schauen.

Von der Grünberger Straße aus erkennt man jedoch, dass es sich um ein besonderes Ensemble handelt. Laut Denkmaltopographie ist der prachtvolle, zweieinhalbgeschossige Bau zwischen 1895 und 1905 entstanden. Auffallend sind die umlaufenden Gesimse, die Ornamentfriesen, Flachbogen- und Rundbogenfenster im Zwerchgiebel und vor allem die roten Klinkerbänder, die das Gebäude überziehen. "Zusammen mit der originalen Einfriedung und der seitlichen Mauerbegrenzung ist das Haus Kulturdenkmal aus städtebaulichen Gründen", heißt es im Denkmalführer.

Ob das der Eigentümer nicht wusste oder ob er die Schutzauflagen bewusst ignorierte, ist unklar. Jedenfalls machten sich Arbeiter zu Wochenbeginn daran, besagte Mauer abzureißen. Weit kamen sie allerdings nicht, weil jemand den städtische Denkmalschutz einschaltete. Die Mitarbeiter erschienen kurz drauf und verhängten einen Baustopp. Denn die Arbeiten waren nicht genehmigt worden.

Laut Stadt ist die Mauer allerdings einsturzgefährdet. Behörde und Eigentümer wollen nun eine Lösung finden, die sowohl dem Denkmalschutz als auch der Sicherheit gerecht wird, hieß es auf Anfrage dieser Zeitung.

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