Das Gartenamt hat an einigen Stellen Lkw-Spuren mit Erde gefüllt, Wegränder geglättet und Rasen neu gesät. 
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Das Gartenamt hat an einigen Stellen Lkw-Spuren mit Erde gefüllt, Wegränder geglättet und Rasen neu gesät. 

Lahn

Keine Genehmigung: Aus für Attraktion an der Lahn in Gießen

  • Jens Riedel
    vonJens Riedel
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Die Stadt Gießen wird das "Winterzauber"-Weihnachtsdorf an der Lahn nicht mehr genehmigen. Begründung: "Der "Boden hält die Belastung nicht aus."Die Premiere war somit auch der Schlussakt.

Gießen (jri). Ausgezaubert: Nur wenige Monate nach der Premiere des "Winterzauber"-Weihnachtsdorfes an der Lahn ist klar: Eine Wiederholung dieser Veranstaltung zwischen Adenauer-Brücke und Sachsenhäuser Brücke wird es nicht geben. Die Stadt Gießen genehmigt eine Neuauflage nicht. "Die Rasenfläche hält die Belastung bei feucht-herbstlichem Weihnachtswetter nicht aus", sagte Stadt-Pressesprecherin Claudia Boje. Eine Erlaubnis könne dort nur im Sommer für das Lahnuferfest erteilt werden - das aber falle in diesem Jahr bekanntlich Corona zum Opfer.

Das Gartenamt hat in dieser Woche mit mehreren Mitarbeitern die Schäden, die durch den Aufbau, Betrieb und Abbau des "Winterzaubers" (12. Dezember bis 5. Januar) auf Wiesen und Wegrändern an der Lahn entstanden sind, ausgebessert. Lkw-Reifenspuren, die sich tief in die feuchte Wiese gedrückt hatten, wurden mit Erde aufgefüllt, Wegränder wurden geglättet, durch Verkaufsbuden, Almhütte und Fahrzeuge geschädigte Grasflächen (über 250 Quadratmeter) wurden neu eingesät und gewalzt.

Niedrige Gebühr als Zankapfel

"Die Kosten für diese Arbeiten muss der Veranstalter bezahlen. Es handelt sich dabei um rund 400 Euro", teilte Stadt-Pressesprecherin Claudia Boje mit.

Der "Winterzauber", den der Gastronom Christian Trageser privat organisiert hatte, war sogar ein politischer Zankapfel gewesen und hatte es als Thema in die Fragestunde des Stadtparlaments geschafft.

Kritikern erschien die Gebühr in Höhe von 396 Euro, die Trageser für das gesamte Weihnachtsdorf an die Stadt entrichtete, als zu niedrig im Vergleich zu den Standgebühren auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Stadträtin Gerda Weigel-Greilich hatte damals entgegnet, der Betrag für den "Winterzauber" dürfte nicht mit einer Standgebühr auf dem innerstädtischen Weihnachtsmarkt verglichen werden. Dort sei die Besucherfrequenz sehr viel höher, und zudem müsse Veranstalter Trageser zur Errichtung des "Zaubers" erhebliche Kosten für Absperrungen, Toiletten, Strom und Wasser, Reinigung, Entsorgung und Sicherheit tragen - also Ausgaben, die beim Innenstadt-Weihnachtsmarkt von der Stadt bzw. der Stadtmarketing GmbH übernommen würden.

Der "Winterzauber" hatte nach Angaben Tragesers zwischen 12 000 und 15 000 Besucher zum Feiern, Glühweintrinken und Essen an das Lahnufer gelockt, während zeitgleich in der Innenstadt der traditionelle Weihnachtsmarkt der Gießen Marketing GmbH lief. Unmittelbar nach dem "Winterzauber" hatte Trageser von einer "Bereicherung für die Stadt" gesprochen und eine Neuauflage in Aussicht gestellt. Doch daraus wird nun nichts - zumindest nicht am gleichen Standort an der Lahn.

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