Videodetektoren

Stadt Gießen installiert Videodetektoren an Ampeln

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An elf Straßenübergängen in Gießen will die Stadt Videodetektoren installieren. Im Zentrum der Maßnahme sollen nicht die Autofahrer stehen.

Im Rahmen der Modernisierung einiger Ampelanlagen werden Videodetektoren eingesetzt, die die Fußgängerfrequenz registrieren und im Bedarfsfall "die Ampelphase für die Fußgänger geringfügig verlängern", erklärt Stadtsprecherin Claudia Boje zu der laufenden Umrüstung auf GAZ-Anfrage.

Die Modernisierung betrifft elf Fußgängerüberwege, die mit den Videodetektoren ausgerüstet werden. In der Innenstadt sind das zum Beispiel die Ampeln an den stark genutzten Übergängen Ludwigstraße/Goethestraße (Unihauptgebäude) oder der Übergang in der Neuen Bäue an der Stadtpost. Auch an breiteren Straßen wie der Frankfurter (Übergänge Friedhofsweg und Bergwaldstraße in Kleinlinden), dem Schiffenberger Weg (Übergang Klingelbachweg), der Grünberger Straße (Pendleton-Siedlung), der Marburger Straße (Louis-Frech-Straße) und dem Wiesecker Weg (Karl-Keller-Straße) werden die Sensoren eingesetzt, an einigen Stellen ist das schon geschehen. Wie Pressesprecherin Boje erläutert, erfüllen die Detektoren die gleiche verkehrslenkende Funktion wie Induktionsschleifen, die in Fahrbahnen und Gehwegen liegen und Ampelsignale auslösen. Bereits in vielen Städten ersetzen die auf die Ampeln gesetzten Fühler die Schleifen, weil deren Reparatur oder Auswechslung mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden ist. Da die Detektoren die an einer Ampel wartende Menge an Fußgängern registriert und die Grünphase entsprechend verlängert, werden sie auch als "demokratische Ampeln" bezeichnet. Die Fühler erfassen übrigens weder Personen noch Autokennzeichen, auch eine Speicherung der Aufnahmen erfolgt nicht. Die Systeme können auch keine Bilder senden. Der Einbau der Videodetektoren ist aber nur ein Aspekt bei der Modernisierung. Die besagten Anlagen sind veraltet und müssen ohnehin modernisiert werden. Neben den Überwegen werden auch die drei Kreuzungen Marburger Straße/Lichtenauer Weg und Ludwig-Richter-Straße sowie Lahnstraße/Henriette-Fürth-Straße erneuert. Hier soll die Steuerung, die auf die grüne Welle für die Hauptverkehrsrichtung programmiert ist, überprüft und gegebenenfalls ausgewechselt werden. Außerdem werden alle 14 Anlagen mit der LED-Technik ausgerüstet. Die Kosten der Umrüstung, bei der laut Boje "nur das Nötigste" erledigt wird, belaufen sich nach Angaben der Stadt alles in allem auf 230 000 Euro. Die Videodetektoren machten nur ein geringen Teil der Kosten aus. Boje: "Diese Technik ist mittlerweile Standard."

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