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Ehrenamtliche des Nordstadtvereins bei der Einkaufshilfe. FOTO: SCHEPP

Corona-Krise

Stadt Gießen bündelt Corona-Hilfsangebote

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Viele Privatpersonen oder Vereine bieten in der Corona-Pandemie hilfsbedürftigen und älteren Menschen Unterstützung an. Die Stadt Gießen hat diese Angebote nun im Internet gebündelt.

Die Jugendorganisation der Ahmadiyya-Gemeinde und der Nordstadtverein bieten eine Einkaufshilfe an. Die evangelische Kirchengemeinde Kleinlinden hält telefonischen Kontakt zu über 80 Jahre alte Menschen, und in der Marshallsiedlung hilft eine Nachbarschaftsgruppe bei alltäglichen Erledigungen. In Gießen haben im Zuge der Corona-Pandemie zahlreiche Gruppen, Vereine und Institutionen vor allem älteren und hilfsbedürftigen Menschen ihre Hilfe angeboten. Die Stadt Gießen hat diese Angebote auf ihrer Internetseite gebündelt. Täglich kommen neue hinzu, sagt Ines Müller vom Amt für Soziale Angelegenheiten, die die Aktion zusammen mit Marion Stürmer vom Seniorenbüro stemmt.

Bisher sind Angebote von 18 Vereinen und Gruppen auf der Internetseite www.giessen.de/ giessenhilft aufgelistet. Dazu die Information, was angeboten wird, wer die Zielgruppe ist und wie Kontakt aufgenommen werden kann. "Wir sind wirklich erfreut, dass die Hilfsbereitschaft so groß ist", sagt Müller. "Wir als Stadt dachten, diese Angebote zu bündeln, um die Menschen zusammenzubringen."

Netzwerke nutzen

Aber sicherlich auch, damit die Gießener, die Hilfe suchen oder anbieten, nicht kreuz und quer in der Stadt unterwegs sind. Denn das Motto für "Gießen hilft" - Nahe Hilfe mit Distanz - ist in Zeiten des Abstandhaltens nicht einfach so aus Spaß gewählt. Auch deshalb ist es Müller wichtig, dass es auf der Internetseite eine Rubrik mit Angeboten in den Stadtteilen gibt. "Die Leute sollen schauen, wo sie vor Ort Hilfe erhalten oder anbieten können."

Aufbauen konnten Müller und Stürmer auf vorhandene Strukturen. Vor allem dem Freiwilligenzentrum mit deren Geschäftsführerin Alexandra Böckel seien sie sehr dankbar, sagt Müller. "Gut, dass wir sie haben." Das Freiwilligenzentrum hatte Nachbarschaftshilfen mit wichtigen Hinweisen für deren Arbeit in Zeiten des Coronavirus zukommen lassen. Vor allem geht es um Tipps, wie neue Hilfsnetzwerke aufgebaut werden können. Das fängt an beim Einhalten der Schutzmaßnahmen, geht weiter mit Rücksichtnahme, Hilfen in der direkten Nachbarschaft, das Klären von Rahmenbedingungen der Unterstützung und reicht bis zur Vorbereitung und Begleitung der Ehrenamtlichen. Gedacht hat das Freiwilligenzentrum auch an einen Hinweis, dass die Helfer in sozialen Netzwerken vorsichtig sein sollen mit der Weitergabe persönlicher Daten.

Müller denkt noch einen Schritt weiter. Sie weiß, dass es Menschen gibt, die wichtige Informationen nicht aus der Zeitung erfahren oder Zugang zum Internet haben. Doch auch diese - oftmals älteren - Menschen will die Stadt über die zahlreichen Hilfsangebote erreichen. "Deshalb wollen wir Handzettel einwerfen", sagt Müller. In diesem Zusammenhang bittet Müller diejenigen, die helfen wollen, einfach in der unmittelbaren Nachbarschaft oder in der Haus- gemeinschaft nachzufragen,. "Und sei es, sich 15 Minuten Zeit zu nehmen und aus gebotener Distanz miteinander zu reden."

Impulse geben

Müller sagt, sie sei begeistert von der Hilfsbereitschaft und der Vielfalt der Angebote. Die Kreativität sei groß; und die Stadt schaffe einen Mehrwert, indem sie die Menschen zusammenbringe. Zum Beispiel könnten die Gruppen Impulse zu Problemen wie der kontaktlosen Übergabe geben, um mögliche Virusübertragungen zu vermeiden. Auch werde das Thema Mundschutznähen in nächster Zeit immer bedeutender. Auch hier könnten über die Plattform Netzwerke gefördert werden.

Für Müller ist es in dieser besonderen Krisenzeit ein positives Zeichen, wie viele Gießener momentan aufeinander achten würden: "Was zwischenmenschlicher Kontakt wert ist, das entdecken viele Menschen gerade neu."

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