So soll sich die Doppelstock-Sporthalle ins Schulgelände einfügen. Aus dem Erdgeschoss ragt die Laufhalle in den Schulhof.
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So soll sich die Doppelstock-Sporthalle ins Schulgelände einfügen. Aus dem Erdgeschoss ragt die Laufhalle in den Schulhof.

Doppelstock-Sporthalle

Gießen: Neue Sporthalle entsteht – Millionen-Investition hat Schönheitsfehler

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Sport- und Gymnastikhallen auf zwei Ebenen, eine 50 Meter lange Indoor-Laufbahn: Zehn Millionen Euro will die Stadt Gießen in den Neubau der »Liebighalle« am »Sportzentrum Gießen-Mitte« investieren. Die Vorplanung indes hat einen Schönheitsfehler.

  • Die Doppelturnhalle der Lio in Gießen wird abgerissen.
  • Entstehen soll das Sportzentrum Gießen-Mitte für 10 Millionen Euro.
  • Doch bei der Vorplanung gibt es ein Problem.

Gießen - Es war eine der kostenträchtigsten Pressekonferenzen seit Langem am Dienstag im Rathaus. Rund 18 Millionen Euro will die Stadt, unterstützt von Mitteln aus diversen Bundes- und Landesprogrammen, in den nächsten Jahren in eine neue Kindertagesstätte in der Weststadt, die Mediathek des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums und nicht zuletzt den Neubau einer Sporthalle an der Liebigschule stecken. Auf zehn Millionen Euro schätzt das städtische Hochbauamt das Projekt, das den Namen »Liebighalle - Sportzentrum Gießen-Mitte« trägt. Bereits in den nächsten Sommerferien soll mit dem Abriss der altehrwürdigen Doppelturnhalle begonnen werden, erklärte Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser in der Pressekonferenz der Stadtregierung.

Damit ist auch endgültig klar, dass es zu keiner Sanierung der statisch ins Wanken geratenen, 1961 errichteten Halle kommt. Was Nutzungsanforderungen und Kosten betrifft, sei ein Neubau »sinnvoller und wirtschaftlicher«, stellte die Stadträtin fest. Ende 2023 könnte die neue Halle zur Verfügung stehen.

Neues „Sportzentrum Gießen-Mitte“: Wettkampfstätte ohne Tribüne?

Schon die Bezeichnung »Sportzentrum Gießen-Mitte« zeigt, dass an der Bismarckstraße »mehr als eine Schulsporthalle« errichtet werden soll, wie sich Eibelshäuser ausdrückte. Am bisherigen Standort auf dem Schulhof der »Lio« sollen auf zwei Ebenen Hallen für Gymnastik, Turnen und Ballsport, ein Fitnessraum sowie Nebenräume mit Umkleiden, Sanitäranlagen und für Gerätelagerung untergebracht werden. Ebenerdig soll sich zudem eine 50-Meter-Indoor-Laufbahn in den Schulhof erstrecken. Ein »Alleinstellungsmerkmal«, mit dem die Stellung der »Lio« als »Regionales Talentzentrum« für Leichtathletik Rechnung getragen werden soll. Hinzukommt der Anspruch, mit einem »Plus-Energie-Haus« modellhaft aufzuzeigen, wie klimafreundlich der Sporthallenbau in Gießen künftig aussehen könnte, erläuterten die zuständige Dezernentin und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Betont wurde auch die Bedeutung des innenstadtnahen Hallenstandorts für den Vereinssport. Insofern war es erstaunlich, dass Eibelshäuser auf Nachfrage der GAZ erklärte, dass das bisherige und mit der Schule abgestimmte Raumprogramm keine Tribüne für Zuschauer vorsieht, was die Nutzung als Wettkampfstätte, die die neue Halle sein soll, stark einschränken würde. Die »Pointers«-Basketballer begrüßten früher in der Doppelturnhalle mehrere Hundert Zuschauer bei Heimspielen.

Endgültig sei das nicht, versicherte Eibelshäuser mit Hinweis auf den Projektstand »Vorplanung«. Es sei durchaus möglich, dass die Architekten im Rahmen der Detailplanung zum Beispiel eine mobile Tribünenlösung vorschlagen werden. Auch Sportdezernentin Grabe-Bolz beeilte sich zu versichern, dass die Tribünenfrage noch nicht beantwortet sei.

Gießen: Bund könnte 4,5 Millionen Euro übernehmen

Klar sei aber, dass sich die Stadt mit dem Vorhaben auf einem engen Raum bewege. Die Abstände zu den Unterrichtsgebäuden und der benachbarten AOK seien einzuhalten, zu berücksichtigen seien ferner Belange des Denkmalschutzes. Der Standort sei aber schul- und innenstadtnah, gut mit dem Stadtbus zu erreichen und damit sehr attraktiv für multifunktionale Nutzungen, zu denen auch bislang schon Sportkurse der VHS oder Kulturveranstaltungen zählten.

Im ersten Schritt geht es zunächst darum, an Geld aus dem Bundesprogramm »Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur« zu kommen. Mit maximal 45 Prozent der Gesamtkosten fördert der Bund derartige Projekte. Das wären immerhin 4,5 der insgesamt zehn Millionen Euro. Mit dem Antrag des Magistrats auf Aufnahme in das Programm wird sich die Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung befassen müssen.

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