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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

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Von: Karen Werner

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Ein gefälschtes Flugblatt zum angeblichen Gratis-Busverkehr in Gießen sorgte Ende Januar für Schlagzeilen. Der Staatsanwaltschaft ist es nicht gelungen, einen Verfasser zu ermitteln.

»Machen Sie mit! Gießen testet den Nulltarif«: Ein gefälschtes Flugblatt zum angeblichen Gratis-Busverkehr sorgte Ende Januar für überregionale Schlagzeilen. Juristische Folgen wird die Urkundenfälschung voraussichtlich nicht haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt.

Es sei nicht gelungen, einen Verdächtigen zu ermitteln, erklärt Rouven Spieler, Sprecher der Behörde, auf GAZ-Anfrage. »Zur Zeit sind die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aus kriminalistischer Sicht ausgeschöpft«, so Spieler. Sollten sich neue Hinweise ergeben oder jemand die Tat gestehen, so würde das Verfahren wieder aufgenommen.

Empörung und Heiterkeit

Strafanzeigen gestellt hatten mehrere Institutionen, deren Logos die Verfasser auf dem professionell gestalteten Schriftstück verwendet hatten. Dazu gehörte die Stadt: Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, deren Foto und Unterschrift abgedruckt war, war empört über den »Missbrauch meiner Person«. Dem Landkreis stieß besonders auf, dass ein Mitarbeiter ihrer Verwaltung mit Name und Adresse als Verantwortlicher genannt war. Auch die Stadtwerke und die Justus-Liebig-Universität erstatteten Anzeige.

Nicht jeder indes ärgerte sich über die Fälschung. Etliche – auch Vertreter von betroffenen Behörden und Firmen – reagierten eher erheitert auf diesen Beitrag zur verkehrspolitischen Debatte.

Bundesweit wird diskutiert über kostenfreien oder günstigeren Nahverkehr in Feinstaub-geplagten Innenstädten. Das Gießener Stadtparlament hatte im November beschlossen zu prüfen, ob samstags ein Gratis-Stadtbusverkehr möglich wäre.

Aufwendige Aktion

Viele Bürger fühlten sich bei der Flugblatt-Lektüre an die Methoden des Reiskirchener Polit-Aktivisten Jörg Bergstedt erinnert. Der Projektwerkstatt-Inhaber dementierte nicht, sondern erklärte: »Die Aktion hätte glatt von uns sein können.«

Sie erforderte erheblichen Aufwand für Druck und Verteilung. Wie viele Flugblätter in Umlauf kamen, ist unklar. Mehrere Dutzend wurden nachts in Briefkästen an verschiedenen Stellen des Stadtgebiets gesteckt. Eine Gruppe junger Leute hinterließ einen Stapel Flyer heimlich in der Tourist-Information. Ein Mitarbeiter warf sie in den Papierkorb.

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