Mit dem Bus zum Sportunterricht

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Derzeit sieht der Innenraum der Doppelturnhalle aus wie eine Großbaustelle. Auf der gesamten Fläche der Halle, die seit vier Wochen für den Schul- und Vereinssport gesperrt ist, sind Stützen zur Absicherung der Decken angebracht. Die Sportstunden der Liebigschule werden zu einem großen Teil in andere Hallen ausgelagert.

Von einem Schock und einem "großen Schmerz" hatte Schulleiter Dirk Hölscher Anfang März gesprochen, als die Liebigschule von heute auf morgen mit der Tatsache konfrontiert war, dass die Doppelturnhalle aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden musste. Vier Wochen nach dieser besorgniserregenden Nachricht läuft der Sportunterricht an der Lio größtenteils wieder normal. Das berichten Gerald Moos als Koordinator des Schulsportzentrums und Christian Neißner vom Schulverwaltungsamt im Gespräch mit dieser Zeitung. "Über 60 Prozent des Sportunterrichts findet in der Halle der Albert-Schweitzer-Schule statt", erklärt Neißner. Um die Sportstunden am Stadtrand an der Grünberger Straße zu organisieren, hat die Stadt einen Bustransfer eingerichtet. Der stellvertretende Amtsleiter: "Zum Glück haben wir sofort ein Unternehmen gefunden, das Kapazitäten frei hatte."

Dach wird abgestützt

Wie lange die rund 32 Klassen und 20 Oberstufenkurse noch mit Interimslösungen zurecht kommen müssen, ist allerdings nicht klar. Derzeit laufen vorbereitende Maßnahmen für Begutachtung und die zu entnehmenden Proben, sagt Claudia Boje. Die Stadtsprecherin berichtet weiter, dass im Innenbereich der Halle die Decken abgestützt sind, damit die dort arbeitenden Gutachter nicht zu Schaden kommen.

Im Schulverwaltungsamt wünscht man sich bis zum Beginn der Osterferien Mitte April eine Planungsperspektive, die Klarheit darüber schafft, wie es in den kommenden Monaten weitergeht. "Wir sind darauf eingestellt, dass die Schule die jetzigen Ausweichstandorte bis zu den Sommerferien nutzt", erklärt Neißner. Außer der Halle der Albert-Schweitzer-Schule, die täglich von Sportgruppen der Lio genutzt wird, stehen dem Gymnasium Sportstätten der Theodor-Litt-, der Goethe- und der Pestalozzischule, Halle B der Herderschule, die Gymnastikhalle der Aliceschule sowie das Sportgelände des MTV 1846 Gießen am Heegstrauchweg zur Verfügung, zu dem auch die Jahnhalle gehört. Neißner zeigt sich einerseits zufrieden, dass man für den Schulsport des Gymnasiums schnelle und tragfähige Lösungen gefunden hat, räumt aber ebenfalls ein, dass die Sperrung der Doppelturnhalle zu einem "enormen Mehraufwand" für die Schulgemeinde geführt hat.

Es fehlen 80 Hallenzeiten

Auch an der Liebigschule freut man sich über die schnelle und effektive Unterstützung durch die Stadt. Die Alternativplanung inklusive Bustransfer sei innerhalb weniger Tage umgesetzt worden, lobt Koordinator Moos. Außer den Hallen anderer städtischer Schulen nutzt das Gymnasium auch Flächen und Räume auf dem eigenen Gelände, etwa den Kraftraum in Haus C, einen Fitnessraum im Keller von Haus A oder einige größere Säle für Gymnastikkurse oder Step Aerobic, die eigentlich für die Nutzung im Fach Darstellendes Spiel gedacht sind. Hinzu kommen mehrere Kurse wie Rudern oder Mountainbike, die ohnehin im Freien stattfinden.

Nicht für alle Angebote konnten nach der Sperrung der Doppelturnhalle Alternativen gefunden werden. "Im Bereich der Talentförderung mussten eine Reihe von Stunden ausfallen", sagt Moos. "Da brauchen wird noch Lösungen."

Überhaupt zeige die aktuelle Hallensituation an der Liebigschule, die als Schulsportzentrum firmiert, "dass wir in den vergangenen Jahren in Sachen Hallenkapazitäten bereits am Limit gearbeitet haben", bekräftigt Moos und legt nach: "Wenn wir als Partner des Leistungssports expandieren wollen, fehlen uns rund 80 Hallenzeiten."

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