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Spitze Schönheit und Brausenwunder

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Gießen (hpb). Ingke Günther und Jörg Wagner von der Künstlergruppe Gärtnerpflichten haben am Dienstagabend im Gießkannenmuseum (GiKaMu) den neuen Kalender für das kommende Jahr vorgestellt. Herausgegeben vom Freundeskreis des Museums und als Wandkalender (30 x 30 cm) angelegt, geleitet dieser ansprechend gestaltete Monatsplaner durch das Jahr 2020. Er gibt Einblick in die Bestände des Museums und stellt außergewöhnliche Neuzugänge mit großformatigen Fotografien und Gießkannengeschichten vor. Zudem bietet er Platz für individuelle Terminplanungen und Notizen. Konzipiert wurde der Kalender von Günther und Wagner, gestaltet von der Grafikerin Isa Balzer und in einer Auflage von 650 Exemplaren hergestellt von der Druckerei Gründrucken in Gießen.

Die Initiatoren bescheren damit allen Freunden der Gießkanne zum mittlerweile dritten Mal gießkannenreiche Monate. Im Januar geht es los mit der Messingkanne "Spitzfüßige Schönheit". Diese ausgefallene Kanne zählt zur Spitze exklusiver Gießgefäße aus Edelmetall. Das Modell "Tallinn" ziert das Kalenderblatt im Februar. Die kleine beige Kanne aus Kunststoff wurde von ihrer Spenderin während ihres Sommerurlaubs in Tallinn bei einem sogenannten "Antiquitätenhändler" erworben und von ihr eigentlich als hässlich beschrieben. Die Herkunft der Kanne ist unbekannt und bleibt ein estnisches Rätsel. Das März-Motiv, die Blechkanne "Ickes Kinderfreuden Nr.1", hat einen bunt bedruckten Korpus mit einem Vogel auf einem Ast. Das farbenfrohe Kinderkännchen ist zwar undicht und hat starken Rostbefall, zählt aber trotzdem zu den besonderen Exponaten des Museums. Angriffslustig wirkt das April-Motiv. Das Gießgefäß "Alien de France" mit seiner wabenähnlichen Maserung, besonderen Form und eigenartigen Materialkombination ist ein echter Hingucker. Die Mai-Kanne stammt aus Jordanien. Sie ist aus Kunststoff, wurde in Amman erworben und im Handgepäck mit dem Flugzeug nach Deutschland transportiert. Eine ehemalige Nestlé-Dose für Milchpulver mit dem Namen "Nido" ist der Korpus des Juni-Motivs. Das Upcycling-Modell stammt aus Madagaskar und war ein Geschenk von Freunden des Stifters.

Die "Katzenfreundin", eine knallgrüne Fünf-Liter-Kanne wurde von einer spätsommerlichen Reise nach Triest mitgebracht und ziert das Juli-Kalenderblatt. Mit ihr wurden die Wassernäpfe von streunenden Katzen in Triest aufgefüllt. Das "Konfi-Ei" ist eine Kupfergießkanne aus den 60er Jahren. Das August-Kännchen war ein Konfirmationsgeschenk und stand fast vier Jahrzehnte auf den Fensterbänken im Elternhaus der Spenderin. "Preiswürdiger Dickhäuter" heißt die September-Kanne. Im Jahr 2010 wurden 3000 dieser Rüsselkannen, die das seit 1963 verwendete Logo der Firma Caparol aufgreifen, als Werbemittel produziert. Bei dieser Sonderanfertigung wurden die farbigen Streifen mit Hand aufgemalt. Dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn der wasserspendende Elefant wurde mit dem "Promotional Gift Award" ausgezeichnet. Das Oktober-Modell trägt den Namen "Frivole Idylle". Dieses Kännchen hat schon manchen Museumsgast zum Lachen gebracht. Das könnte sowohl als Zeichen des Erstaunens als auch der Ungläubigkeit in Anbetracht der Gestalt gewordenen Schlüpfrigkeit zu sehen sein. Grün, Zinkblech, englische Form kennzeichnen die November-Kanne "On the way to Winchester" aus Gießens Partnerstadt. Das pummelige "Brausenwunder" das in der Fachliteratur als Kanne des 18./19. Jahrhunderts geführt wird, ist das Dezember-Motiv.

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