Spitzbuben, Zimtsterne und Gott

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Eine Prise Zimt, das stimmt", summte ich neulich vor mich hin als ich den Teig für die Zimtsterne vorbereitet habe. Mmmh, wie das duftet. Voller Vorfreude stellte ich den Teig zum Ruhen in den Kühlschrank.

Während der eine Teig ruhte, wurde ein anderer Teig zu Plätzchen verarbeitet. Ausrollen, ausstechen, die Plätzchen aufs Blech legen, einen Krümel Teig naschen und ab mit dem Blech in den Ofen. Noch bevor das Signal am Backofen ertönte, konnte ich es riechen. Die Plätzchen sind fertig. Sie sahen lecker aus. Auf jedes noch einen Klecks Marmelade geben. Die andere Hälfte darauflegen. Den Marmeladelöffel ablecken. Fertig sind die Spitzbuben.

Als ich mir nicht mehr den Mund daran verbrennen konnte, habe ich ein Plätzchen genascht. Mein Mund war voller Geschmack. Viele Aromen kitzelten meine Sinne. Sie waren nicht nur im Mund, sondern auch in der Nase. Plätzchen backen im Advent ist für mich ein Erlebnis für alle Sinne. Mit dem Duft von Gewürzen in der Nase und einem leckeren Zimtstern im Mund verstehe ich, dass ein Psalmbeter sagt "schmeckt und seht wie freundlich Gott ist."

Wenn Sie mich fragen würden, wie schmeckt Liebe, würde ich sagen: "Wie ein Zimtstern, süß und großzügig." So ist Gottes Liebe. Großzügig und alles ausfüllend. Gott gibt uns nicht nur ein kleines Krümelchen, sondern er beschenkt uns großzügig. Da ist der ganze Mund voll und das Herz auch. Gott schenkt uns seinen Sohn. Daran denken wir an Weihnachten, darauf warten wir im Advent. Gott kommt zu uns, weil er uns liebt. Nichts und niemand kann ihn aufhalten. Wenn daran Zweifel kommen und der Corona Blues sich breit macht, hilft vielleicht ein Plätzchen, das nach großzügiger Liebe schmeckt und daran erinnert: Gott meint es gut mit dir. Also, ab in die Küche zum tröstlichen, aufmunternden Backen.

Pfarrerin Christine Specht

Ev. Kirchengemeinde

Allendorf

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