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Christina Hederich schließt das "Vom Fass", das sie mit Ehemann Michael betreibt.

"Vom Fass"

Spezialitätengeschäft "Vom Fass" schließt

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Essig, Öl, Wein und Spirituosen kann man im Gießener Neuenweg nur noch bis März kaufen. Nach 15 Jahren schließt das Geschäft "Vom Fass". Grund ist unter anderem der Franchise-Vertrag.

Traurige Nachricht aus dem Neuenweg: "Vom Fass", das Spezialitätengeschäft für Essig, Öl, Wein und Spirituosen, wird Ende März schließen. Das hat das Betreiberehepaar Christina und Michael Hederich jetzt bekanntgegeben. "Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Christina Hederich. Sie freue sich, endlich mehr Zeit für sich und die Familie zu haben, sagt die Fellingshäuserin. Ihrem Mann Michael geht es genauso, wie er sagt. Er betont aber auch: "Das ein oder andere Jahr hätten wir gerne noch drangehängt."

Bereits seit 15 Jahren stehen die Hederichs nun schon hinter dem Tresen des Spezialitätengeschäfts. Für die vielen Stammkunden gehören sie genauso zum Inventar wie die auf Holzregalen und rustikalen Steinelementen thronenden Fässchen, Flaschen und Gallonen. Dieses gemütliche Ambiente ist aber auch ein Grund, warum der Laden bald schließen wird.

Inneneinrichtung zu teuer

"Am 31. März läuft unser Franchise-Vertrag aus", sagt Michael Hederich und fügt an, dass das Mutterunternehmen eine Verlängerungen mit einigen Forderungen verbunden habe. Dazu gehöre, die gesamte Inneneinrichtung auszutauschen. Der Grund: Das Unternehmen mit Sitz in Ravensburg, das in 33 Ländern mit 280 Standorten vertreten ist, hat in den vergangenen Jahren damit angefangen, die einzelnen Filialen optisch zu vereinheitlichen. Für die Hederichs wäre der finanzielle Aufwand dafür aber zu groß. "In unserem Alter rentiert sich das nicht mehr", sagt Christina Hederich.

Hinzu kommt, dass "Vom Fass" die Filiale gerne an einem attraktiveren Standort sehen würde, einen Umzug wollen sich die Hederichs aber nicht mehr antun. So hat das Paar den Entschluss gefasst, der Kette nach guter 15-jähriger Zusammenarbeit, wie sie betonen, den Rücken zu kehren. Das Franchise-Unternehmen sucht daher einen Nachfolger, Interessierte können sich im Laden melden.

Natürlich fällt uns der Schritt schwer

Betreiber Michael Hederich

Das Betreiberehepaar würde sich über einen geeigneten Nachfolger freuen. Vor allem ihrer Kunden wegen. Sie sind es auch, die den Hederichs am meisten fehlen werden. "Natürlich fällt uns der Schritt schwer. Wir haben das beide sehr gerne gemacht", sagt Michael Hederich. Aus einigen der vielen Stammkunden seien mit den Jahren auch Freunde geworden. Die Beratung, das Gespräch mit den Kunden und den Umgang mit den hochwertigen Produkten werde er vermissen. Aber es gibt genügend Gründe, warum die beiden auch froh gestimmt nach vorne blicken.

Wie machen die Betreiber weiter?

Michael Hederich ist 64 Jahre alt, er wird nach der oftmals auch stressigen Zeit im Neuenweg, vor allem während des Weihnachtsgeschäfts, den Ruhestand genießen. Seine Frau, einige Jahre jünger, will künftig halbtags arbeiten und die gewonnene Freizeit ebenfalls sinnvoll nutzen. Langweilig dürfte es den beiden Fellingshäusern aber sicherlich nicht werden. Denn sie haben nicht nur einen Sohn und zwei Töchter, sondern auch drei Enkelkinder. Das vierte ist schon auf dem Weg. "Sie freuen sich, dass die Oma endlich mehr Zeit für sie hat", sagt Michael Hederich. Und auch seine Ehefrau sagt: "Das Geschäft hat uns viel Spaß bereitet. Aber jetzt freue ich mich auf die Zeit danach."

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