Häufig verlassen Bergwerkswaldbesucher die offiziellen Wege, wie etwa diese Treppenanlage. FOTO: ARCHIV/TA
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Häufig verlassen Bergwerkswaldbesucher die offiziellen Wege, wie etwa diese Treppenanlage. FOTO: ARCHIV/TA

RP sperrt Trampelpfade

  • vonKlaus-Dieter Jung
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Gießen(kg). An der frischen Luft sein, die Natur entdecken und die Stille genießen, das ist für viele Menschen gerade jetzt eine willkommene Abwechslung. Ein beliebtes Ziel vieler Gießener ist das Naturschutzgebiet Bergwerkswald (NSG), denn dort kann man spazieren, wandern und auch joggen.

Das Problem: Häufig verlassen die Besucher des Gebiets die vorgesehenen Wege. Um dies zu verhindern, sind daher von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen (RP) stellenweise Absperrungen vorgenommen worden. Das bestätigte Thorsten Haas, Pressesprecher des RP. Vor allen Dingen illegale Trampelpfade an einem der größeren Gewässer im Naturschutzgebiet seien versperrt worden. An dieser Stelle sei der Besucherverkehr abseits der legalen Wege besonders intensiv gewesen, die Vegetation an Hang und Ufer durch die Trittschäden erhebllich beeinträchtigt worden, stellt Haas klar.

Die entstandenen Schäden wirkten sich gravierend aus, berichtete er. Außerdem ließen Hundehalter ihre Tiere an den Stellen, an denen die Trampelpfade an die Gewässer heranführen, verbotenerweise baden. "Dies führt zusätzlich zu starken Beeinträchtigungen des Gewässers".

Lebensraum von Amphibien gestört

Durch das Aufwühlen von Schlamm komme es nicht nur zur Zerstörung der Ufer- und Wasservegetation, auch der Lebensraum für Amphibien werde dadurch erheblich beeinträchtigt. Dort, wo die illegalen Trampelpfade versperrt sind und so das Gewässer nun geschützt ist, lebt zum Beispiel die hessenweit stark gefährdete Geburtshelferkröte.

Mit Holzzäunen, aufgeschichtetem Astmaterial und quer liegenden Baumstämmen sind Wege unpassierbar gemacht geworden, zusammen mit dem Bau von Geländern stelle das einen Versuch dar, die illegale Freizeitnutzung zu unterbinden, sagt der Pressesprecher. Er verweist dazu auch auf das Planungsjournal für das FFH-Gebiet, wo unter der Maßnahmennummer 16215 das "Sperren illegaler Trampelpfade" beschrieben ist. Das werde von der Behörde seit Jahren regelmäßig umgesetzt. Besucher, die das FFH-Gebiet im Bergwerkswald nutzen, können sich an den jeweiligen Eingängen an großen Informationstafeln über die Wegeführung informieren. Und sie erfahren dort neben vielen nützlichen Hinweisen und Erläuterungen zu Pflanzen, Tieren und Gewässern, dass sie auf dem ausgewiesenen Rundweg bleiben sollen. Allerdings sind die beiden Tafeln an den Eingängen vom Schwarzacker und Am Bergwerkswald in die Jahre gekommen. Sie sind zum Teil unlesbar.

"Der Rundweg führt sehr schön einmal durch das ganze Gebiet, sodass die Naherholung sehr gut gewährleistet ist", meint Haas. Ein Abbiegen auf die illegalen Trampelpfade sei daher unnötig.

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