SPD-Chef erhält "vergiftetes" Lob vom CDU-Vorsitzenden

Gießen (mö). Mit der Wahl des Vorstands hat der CDU-Stadtverband die Weichen für die kommenden zwei Jahre in der neuen Rolle als größte Oppositionspartei gestellt. Wie berichtet, erzielten Parteichef Klaus Peter Möller und seine Stellvertreterinnen Christine Wagener und Katja Häckel bei ihrer Wiederwahl nur mäßige Ergebnisse.

Dem engeren Vorstand haben die Mitglieder der Gießener Union damit zum zweiten Mal in Folge Denkzettel verpasst. Auch bei der letzten Hauptversammlung im Januar 2010 hatten Möller, Häckel und Wagener etliche Gegenstimmen erhalten, wobei der Parteichef sein Ergebnis von damals prozentual jetzt sogar etwas verbessern konnte. Seinerzeit musste die CDU mit der Niederlage von Amtsinhaber Heinz-Peter Haumann bei der OB-Wahl ebenfalls eine Wahlniederlage bilanzieren, diesmal war es die Kommunalwahl vom vergangenen März. Die Gelegenheit zur Aussprache über Möllers ausführlichen Rechenschaftsbericht wurde von keinem der anwesenden 80 Parteimitglieder genutzt.

Bessere Ergebnisse gab es bei der Wahl des weiteren Vorstands. Schatzmeister Markus Schmidt (73 Stimmen) und Schriftführerin Jennifer Wiens (74) erhielten ebenso über 70 Stimmen wie der neue Beisitzer Randy Uelmann. Wieder im Vorstand ist der frühere Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch (66 Stimmen), der sein schlechtes Ergebnis von 2010 verbessern konnte. Prof. Klaus Kramer (59), Dorothé Küster (67), Siegfried Schulz (69) und Carsten Zörb (65) vervollständigten das Vorstandsteam. Wie Schatzmeister Schmidt informierte, hat die Gießener CDU momentan 414 Mitglieder; 25 weniger als vor zwei Jahren.

Möller hatte in seiner Rede neben einer Analyse der Kommunalwahl vor allem SPD-Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz attackiert, die er offenbar als den Schwachpunkt der rot-grünen Koalition ausgemacht hat. In diesem Zusammenhang gab es von Möller "vergiftetes" Lob für den SPD-Vorsitzenden Gerhard Merz. Man müsse angesichts der Entscheidungs- und Führungsschwäche der OB "ja fast froh sein, dass der da ist". Möller wörtlich: "Ohne Merz wäre der Schaden noch größer."

In einem Grußwort an den Parteitag lobte der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun das unaufgeregte Krisenmanagement von Kanzlerin Angela Merkel, wofür es viel Beifall gab. Zum Abschluss ehrten Möller und Braun langjährige Mitglieder (Foto).

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