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Sparkasse Gießen zieht Bilanz: Mehr Kredite und mehr Spareinlagen

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Die Sparkasse Gießen wächst auch in der aktuellen Niedrigzinsphase. Die Bilanz des heimischen Kreditinstituts weist einen Millionegewinn aus.

Die Sparkasse Gießen hat auch im Geschäftsjahr 2018 schwarze Zahlen geschrieben. Dazu trug vor allem das Kreditgeschäft bei, eines der beiden Standbeine der öffentlich-rechtlichen Bank. Insgesamt verlieh sie im Vorjahr 247,5 Millionen Euro – plus 20 Prozent – , davon den größten Teil (148 Mio.) an heimische Unternehmen.

"Hier profitieren wir von der guten Kenntnis der Region, der Kunden und deren persönlicher Situation", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Wolf, der am Mittwoch gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Ilona Roth die Geschäftszahlen vorstellte. Rund 100 Millionen Euro vergab die Bank an Privatkunden, die vor allem in das eigene Zuhause investierten. Das gesamte Kreditvolumen samt Altbeständen summiert sich auf 1,38 Milliarden Euro.

Gewinn bei 2,3 Millionen Euro

Auch die Spareinlagen – zweites Standbein – hätten sich trotz der anhaltend niedrigen Habenzinsen erfreulich entwickelt, sagten die Vorstände. Sie stiegen um 4,2 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb ein nahezu unveränderter Gewinn von 2,3 Millionen Euro. Er soll wie in den vergangenen Jahren zum größten Teil in die Rücklagen wandern. Damit wappnet sie sich für Krisen, etwa, wenn Kredite ausfallen.

Rund 260 000 Euro – zehn Prozent des Gewinns plus die darauf fälligen Steuern – schüttet die Sparkasse an ihre Eigentümer aus. Das sind die Stadt Gießen, die knapp über 100 000 Euro bekommt, sowie elf weitere Gemeinden und der Landkreis. Auf diesen Anteil haben sich Vorstand und Träger schon vor Jahren verständigt. Es gebe keinen vernünftigen Grund, daran etwas zu verändern, sagte Wolf.

Top-Ergebnis für Immobiliencenter

Die Bilanzsumme der Sparkasse stieg um über 4 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro. Damit gehört sie in Hessen und in Deutschland insgesamt zu den mittelgroßen Sparkassen.

Auch vom "Trend zur Sachwertorientierung" hat die Bank profitiert. Das hauseigene Immobilien-Center habe eines der besten Ergebnisse der letzten Jahre erzielt, sagte Roth. Erneut sei die Nachfrage nach interessanten Objekten deutlich höher als das Angebot gewesen.

Ebenfalls im Trend mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage entwickelte sich das Wertpapiergeschäft, wobei sich die Kunden vermehrt sowohl für Aktien- als auch für Misch- und Immobilienfonds interessierten. Vor allem wegen der schwachen Aktienmärkte verringerten sich die Einlagen in den Kundendepots dennoch um etwa fünf Prozent auf 687 Millionen Euro.

Neue SB-Räume im Oktober fertig

Zum Ergebnis trugen knapp 125 000 Kunden bei, knapp 2000 weniger als im Jahr zuvor. Wolf sprach vor einer "normalen Entwicklung", die es auch in anderen Geldinstituten gebe. Möglicherweise hätten hier auch die Gebührenanhebung 2016/17 und die jüngsten Filialschließungen Spuren hinterlassen, räumte er ein.

Obwohl "Bank für alle Bürger", gibt es auch bei der Sparkasse Gießen spezielle Angebote für bestimmte Personengruppen. So werden vermögende Kunden im Privat Banking beraten. Gleichzeitig wurde die Studentenbetreuung neu konzipiert. In der Filiale Stadtmitte seien allein drei Mitarbeiter für sie zuständig, sagten die Vorstände. Genau diese Zielgruppe hat das Haus auch beim Ausbau der ehemaligen SB-Räume an der Zentrale im Blick, die zu einer modernen Online- und Campus-Filiale mit neuen Medien und Tablets umgewandelt werden soll. Geplant ist die Fertigstellung bis Oktober.

Beschäftigt waren bei der Sparkasse Gießen zuletzt 485 Mitarbeiter (davon 56 Auszubildende), 24 bzw. fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. So wurden (altersbedingt) ausscheidende Mitarbeiter nur teilweise ersetzt. Gleichwohl werden Auszubildende bei guten Noten in aller Regel übernommen. Unterm Strich gehört das Haus weiterhin zu den größeren Arbeitgebern in der Region.

Unverändert groß war das Engagement für gemeinnützige Zwecke. 550 000 Euro flossen an soziale und karitative Einrichtungen bzw. in die Bereiche Kultur, Bildung und Wissenschaft. In Stadt und Landkreis Gießen zählte die Sparkasse zu den "bedeutendsten Förderern des Spitzen-, Jugend- und Breitensports", wie Roth betonte.

Infokasten

Gebühren und Filialzahl stabil

Die Sparkasse Gießen plant in diesem Jahr keine Gebührenerhöhungen. Die Preisanhebungen für Geschäftskunden 2016 und Privatkunden 2017 seien notwendig gewesen, für weitere Schritte gebe es jetzt keinen Anlass, sagten die Vorstände Peter Wolf und Ilona Roth am Mittwoch. Ähnlich sieht es bei den Filialen aus. Die Zahl bleibe stabil. Ende 2018 gab es noch 33 Filialen, davon 16 mit Mitarbeitern und 17 als SB-Geschäftsstellen. In den letzten Jahren hatte die Bank acht Filialen geschlossen und acht weitere in SB-Stellen umgewandelt.

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