Spannendes Schlüsselwerk

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Restlos ausverkauft war am Sonntag die vom Literarischen Zentrum veranstaltete Lesung des Frankfurter Schriftstellers Martin Mosebach (geb. 1951) im KiZ. Entscheidend dazu bei trug gewiss sein hohes künstlerisches Renommee; Moderator Prof. Joachim Jacob bezeichnete ihn als "Grenzgänger zwischen den Künsten", der "in allen Gattungen zu Hause" sei – vom Gedicht über den Prosaroman und das Hörspiel bis zum Opernlibretto. Mosebach, unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, setzte sich "mit den großen Problemen und Fragen unserer Gesellschaft auseinander", betonte Jacob, so auch im 1992 erschienenen Roman "Westend".

Restlos ausverkauft war am Sonntag die vom Literarischen Zentrum veranstaltete Lesung des Frankfurter Schriftstellers Martin Mosebach (geb. 1951) im KiZ. Entscheidend dazu bei trug gewiss sein hohes künstlerisches Renommee; Moderator Prof. Joachim Jacob bezeichnete ihn als "Grenzgänger zwischen den Künsten", der "in allen Gattungen zu Hause" sei – vom Gedicht über den Prosaroman und das Hörspiel bis zum Opernlibretto. Mosebach, unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, setzte sich "mit den großen Problemen und Fragen unserer Gesellschaft auseinander", betonte Jacob, so auch im 1992 erschienenen Roman "Westend".

An zwei Familien erzählt, schlägt dieser den Bogen zwischen der Nachkriegszeit und den Studentenunruhen. Die Figuren, die der Autor porträtieren wollte, bildeten den gedanklichen Ausgangspunkt im Zentrum der Expressionismus-Bildersammler Eduard Has, dessen Ehefrau Dorothée, die Geliebte Etelka und seine Tochter Lilly. Eigentlich schien ihm, wie er einräumte, seine Heimatstadt undramatisch, ja fade, als er den Roman Ende der 1980er Jahre schrieb, gleichwohl siedelte er die Dreigenerationen-Geschichte am Ort seiner Jugend an – nachdem er über den Stoff mehrmals reflektiert habe. Wichtig seien ihm in erster Linie "die Menschen, die in einem sozialen und historischen Rahmen leben".

Literarisch anspruchsvoll mutete bereits die Anfangspassage an, in der Alfred Labonté um 1951 mit dem Kanu auf dem Main fährt und die Szenerie beschrieben wird. Mosebach brauche nur einen Nebensatz, um an die Kriegsvergangenheit des Mannes zu erinnern, merkte der Moderator hierzu an. Auf die Frage, ob er ein unzeitgemäßes Buch geschrieben habe, erwiderte Mosebach, während des sechsjährigen Schaffensprozesses sei er sehr darin versunken gewesen und habe das Publikum ausgeblendet. "Westend" sei bedeutsam für seine schriftstellerische Entwicklung, zugleich sei es das Buch, auf das er "am meisten Kraft verwendet" habe. Dabei habe er den Frankfurter Stadtteil "wesentlich interessanter" gemacht, als er tatsächlich sei. Dass er den Roman in Süditalien schrieb und den Blick auf die Main-Metropole mit darin gewonnenen Eindrücken vermischt, war durchaus zu spüren.

Besonders faszinierend schienen Mosebachs Ausführungen über theatralische Bilder, die ihm als Inspirationsquelle dienten, wie er am Beispiel der neugotischen Christuskirche, der neugotischen Christuskirche, dem Kristallisationspunkt des Romans, verdeutlichte.

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