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Das Bauschild an der Ostanlage gibt einen Eindruck vom künftigen Verwaltungsbau. FOTO: MÖ

Späterer Kauf nicht ausgeschlossen

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Gießen(mö). Momentan ist auch im Gießener Rathaus viel weniger los als sonst. Das liegt nicht nur am fehlenden Publikumsverkehr, sondern auch daran, dass etliche Mitarbeiter ihre Arbeitstage im Home- office verbringen. Die Zukunft der Büroarbeit wird nach Überzeugung des Magistrats so aber nicht aussehen. "Das hat schon eine andere Qualität der Zusammenarbeit, hier an einem Ort zusammen sein zu können", sagte Stadträtin und Jugenddezernentin Gerda Weigel-Greilich am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats.

Der Magistrat hatte am Montag beschlossen, dass die Stadt einen Mietvertrag mit dem Gießener Unternehmen MTP Haus Juventus GmbH über die Nutzung des Neubaus abschließen wird, mit dessen Errichtung demnächst auf dem früheren und rund 2000 Quadratmeter großen Blecher-Gelände an der Ostanlage begonnen wird.

Nach Lage der Dinge wird das für 108 Büroarbeitsplätze ausgelegte Gebäude das gesamte Jugendamt aufnehmen, das derzeit im Rathaus untergebracht ist.

Wie berichtet, platzt das 2009 eingeweihte und für 420 Beschäftigte ausgelegte Rathaus aus allen Nähten. Mittlerweile arbeiten dort 570 Mitarbeiter, weil die Verwaltung mit der Stadt im letzten Jahrzehnt stark gewachsen ist. Für 50 weitere Mitarbeiter wurden bereits Büros außerhalb angemietet. Weitere Personalstellen würden benötigt und ständig ausgeschrieben, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Der Magistrat stand vor der Frage, ob er das Gebäude zunächst mieten oder gleich kaufen soll. Obwohl ein Kauf günstiger wäre, habe man sich vorerst für die Anmietung entschieden. "Der Kauf bleibt eine Option", sagte die OB. Die dafür notwendige Millionenausgabe müsste man auch mit der Finanzaufsicht des Regierungspräsidiums abstimmen, fügte Grabe-Bolz hinzu.

Aber auch die Miete - der Vertrag wird bei Zustimmung des Stadtparlaments auf 15 Jahre abgeschlossen - stellt für den städtischen Haushalt eine spürbare Belastung dar. Die jährlichen Mietkosten werden mit 815 000 Euro beziffert, hinzu kommt der laufende Betrieb mit schätzungsweise gut einer halben Million Euro. Noch einmal die gleiche Summe wird für die einmalige Ausstattung fällig.

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