Sorglose Nachtruhe mit dem Sextett Hexachord

  • vonSascha Jouini
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Gießen (jou). Auch bei seinem zweiten Konzert in der Bonifatiuskirche begeisterte das Leipziger Vokalsextett Hexachord restlos. Mitte Februar hatte das Ensemble – damals noch unter dem Namen Audite Lipsiam – geistliche und weltliche Kompositionen zum Thema Liebe präsentiert, nun widmete es sich abendlicher Vokalmusik. Merle Hillmer (Sopran), Lea Vosgerau (Mezzosopran), Tobias Schneider (Altus), Sebastian Seibert (Tenor), Benedikt Kantert (Bariton) und Thomas Stadler (Bass) sangen Werke, die Sphären der Nacht beleuchteten – von Angst und Schrecken über Sehnsucht bis hin zur romantischen Naturbetrachtung. Das Programm spannte einen Bogen zwischen Renaissance und Gegenwart.

Gießen (jou). Auch bei seinem zweiten Konzert in der Bonifatiuskirche begeisterte das Leipziger Vokalsextett Hexachord restlos. Mitte Februar hatte das Ensemble – damals noch unter dem Namen Audite Lipsiam – geistliche und weltliche Kompositionen zum Thema Liebe präsentiert, nun widmete es sich abendlicher Vokalmusik. Merle Hillmer (Sopran), Lea Vosgerau (Mezzosopran), Tobias Schneider (Altus), Sebastian Seibert (Tenor), Benedikt Kantert (Bariton) und Thomas Stadler (Bass) sangen Werke, die Sphären der Nacht beleuchteten – von Angst und Schrecken über Sehnsucht bis hin zur romantischen Naturbetrachtung. Das Programm spannte einen Bogen zwischen Renaissance und Gegenwart.

Einen besinnlichen Auftakt markierte Felix Mendelssohn Bartholdys Motette "Jauchzet dem Herrn alle Welt". Sogleich vermochte das von Musikhochschulstudenten gebildete Ensemble seine Vorzüge auszuschöpfen: Der Gesang wirkte sehr harmonisch, stets fein aufeinander abgestimmt. Ebenso sensibel gestaltete das Sextett Melchior Vulpius’ Kantionalsatz "Hinunter ist der Sonnenschein". Darin steht der Wunsch im Mittelpunkt, Gott möge die Menschen vor nächtlichen Gefahren wie Feuersnot bewahren und in Ruhe schlafen lassen. Religiös inspiriert sang das Ensemble auch Heinrich Schütz’ "Deutsches Magnificat". Gleichermaßen berührte Johann Sebastian Bachs Choralvertonung "Nun ruhen alle Wälder". In eine archaische Klangwelt führte Giovanni Pierluigi Palestrinas Motette "Lucis Creator Optime". Dazu kontrastierte das moderne Werk "The Tyger" des jungen schwedischen Komponisten Emil Raberg (geboren 1985).

Geballte Romantik

Der zweite Teil bot geballt romantische Stücke. Durchweg beeindruckte der plastische Vortrag der Sänger, unter denen Sopranistin Merle Hillmer über eine besonders schöne Stimme verfügt. Das Ensemble beherrschte diverse Stilrichtungen auf hohem Niveau – bis hin zu Paul Simons Popsong "The sound of silence". Ein solistisches Glanzlicht lieferte Sebastian Seibert an der Eule-Orgel beim Kopfsatz aus der G-Dur-Sonate von Edward Elgar. Mit dem Albert-Becker-Lied "Bleibe, Abend will es werden" ging das Konzert so beschaulich zu Ende, wie es begonnen hatte. Das Publikum spendete kräftigen Beifall.

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