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Gerade in und vor Möbelhäusern gibt es reichlich Platz zum Abstandhalten, meint Frank Sommerlad. FOTO: MÖ

Sommerlad: "Möbelhäuser öffnen"

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Gießen(kw). In Nordrhein-Westfalen dürfen große Möbelhäuser am Montag wieder öffnen, in Hessen nicht. Das sei "nicht nachvollziehbar", findet Frank Sommerlad. Der Geschäftsführer der Sommerlad-Einrichtungshäuser in Gießen und Künzell fordert, "diese Ausgrenzung und Benachteiligung unserer Branche so schnell wie möglich zu beenden".

Gegen die Beschlüsse, Läden mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche - bis auf einige Branchen wie Bücher, Fahrräder und Autos- geschlossen zu halten, regt sich auch anderswo Widerstand. Der Einzelhandelsverband HDE sieht "Diskriminierung". Der Karstadt-Konzern hat Klage eingereicht. Die 800-Quadratmeter-Regelung indes lässt sich rechtlich begründen. 2005 urteilte das Bundesverwaltungsgericht, dass Geschäfte ab dieser Fläche als großflächig eingestuft werden.

Sommerlad erinnert daran, dass in Hessen zum Beispiel Baumärkte mit einer Verkaufsfläche zwischen 10 000 und 20 000 Quadratmetern überhaupt nicht von den Corona-Schließungen betroffen waren, dem Einrichtungshandel eine Öffnung aber weiterhin untersagt bleibt. Gerade die großflächigen Möbelhäuser mit "Niedrigfrequenz" zählten die geringste Zahl an Besuchern pro Quadratmeter Verkaufsfläche.

Es sei möglich, im Haus und auf den weiträumigen Parkplätzen im Gewerbegebiet Abstand zu halten. Der Besucherstrom lasse sich so regulieren, dass höchstens ein Kunde pro 100 Quadratmetern Fläche im Laden ist, während im Supermarkt einer pro 20 m² erlaubt ist. Man könne jeden zweiten Autoabstellplatz sperren, um Begegnungen zu vermeiden. An Kassen könne man für Abstände und Schutz der Mitarbeiter sorgen. Wo Beratungsgespräche nötig sind, würde man Hygienestandards einhalten. Hinzu kämen "umfangreiche Maßnahmen zur weiteren Steigerung unserer bereits hohen Hygienestandards".

Kundenfrequenz besonders niedrig

Sommerlads Bilanz: Die Corona-Regeln könnten optimal eingehalten werden. "Ich appelliere auch im Namen meiner Mitarbeiter an die Landesregierung, die Öffnung des Einrichtungshandels generell zu erlauben."

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